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Kerker, bis mich die Gewohnheit damit endlich ſo weit ausſoͤhnte, daß ich nun ſogar die Moͤglichkeit fuͤhle, hier fuͤr immer leben zu koͤnnen. Zwar ſchweifen meine Gedanken nicht ſelten zu Virginien, mei⸗ ner Schweſter, und den unſchuldigen Freuden mei⸗ nes fruͤheren Lebens zuruͤck; allein auch das wird ſich geben. Doch wie kam es, daß Ihr freiwillig das Kloſter waͤhltet, da Euch weit gluͤcklichere Verhaͤltniſſe erwarteten?“—
„So wißt denn,“— laͤchelte Valedia,„daß ich dieſe einſamen Gemaͤcher nur aus Liebe zu Euch betrat, deren grauſame Verhaͤltniße mir aus de los Velos, meines Vetters Munde, nur zu gut bekannt ſind. Eben ſo gut kenne ich den Mar⸗ quis de Denia, und weiß, auf welche Art er Euch kennen lernte.“
„Iſt es moͤglich?“ rief Almira.„O gewiß kennt ihr auch Denia's Freund, Fernando de Coello?“=
Tief ſeufzend und mit ernſter Miene, als wollte ſie ihr innerſtes durchſchauen, blickte Valedia bei dieſer Frage in Almirens Augen.
„Ja, Almira,“— begann ſie nach einer Pauſe.—„Mit voller Zuverſicht glaube ich, Euch trauen zu duͤrfen. Keine Freundſchaft kann ohne Vertrauen beſtehen, und oögleich nur Liebe ge⸗ woͤhnlich die groͤßte Anhaͤnglichkeit erzeugt, ſo koͤn⸗


