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dachte, deſto weniger konnte ſie den Inhalt begrei⸗ fen. Weder fuͤr den Zufall noch fuͤr den Verfall ihrer Geſundheit ſchien ihr die genannte Zeit hin⸗ reichend. Welcher unvorhergeſehene Zufall konnte ſich hinter den ſicheren Kloſtermauern auch ereignen, und obgleich ſie es manchmal verſuchte, den buch⸗ ſtaͤblichen Sinn der Worte:„biſt Du auf immer hinweg!“ zu deuten; ſo konnte ſie doch nicht im geringſten ahnen, auf welche Art es moͤglich ſey, ſie aus dem Kloſter zu befreien.
Laͤngſt hatte die Sonne den neuen Morgen ſchon begruͤßt, als ſich Almira noch immer mit den verſchiedenartigſten Gedanken beſchaͤftigte, wor— in ſie durch Valedia's Eintritt erſt unterbrochen wurde, deren Zuneigung fuͤr Almiren ſich mit jedem Augenblicke zu vermehren ſchien. Auch jetzt ließ ſie in dem wechſelsweiſe muntern und ernſten Geſpraͤche Winke fallen, wie ſehr ſie ihre Vertraute zu ſeyn wuͤnſchte.
„Meint Ihr nicht, Almira,“ begann ſie ploͤtz⸗ lich,—„daß ich das ſonderbarſte Schickſal habe. Gewiß werdet Ihr Euch uͤber meine eigene Wahl, in dieſen duͤſteren Mauern leben zu wollen, nicht wenig wundern, ſobald ich Euch ſage, daß ſie mir der verhaßteſte Ort ſind, den ich kenne.“
„Wirklich ſonderbar,“ verſetzte Almira,— „aber auch mir ſchien er anfangs der ſchrecklichſte


