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291 Nonnen endlich zuruͤck, als Seraphinens Sarg zur ewigen Ruhe beigeſetzt war, die Schatten der Fackel an den Waͤnden hinſtrichen und Geſpenſtern aͤhnlich uͤber die Saͤrge wankten. Schweigend ſchlich ſich jede nach ihrer Zelle. Auch Almira reichte ihrer neuen Freundin die zitternde Rechte zum Abſchiede und ſtellte ihre Lampe zu den Fuͤßen des Cruzifixes, da das Stundenglas eben im Ver⸗ rinnen war. Mit laͤngſt geuͤbter Hand wendete ſie es, ſetzte ſich, den jetzt verrinnenden Sand anſtarrend, auf den gegenuͤberſtehenden Stuhl und verlor ſich in tauſend melancholiſche Gedanken. Eben ſiel das letzte Sandkorn, als ſie leiſe feier— liche Toͤne vernahm, die die Stille der Nacht har⸗ moniſch durchdrangen, und wie auf dem Zuge vor⸗ uͤberſaͤuſelnder Luͤfte zu ſchweben ſchienen.
Lange wußte ſie nicht, ob jene Klaͤnge das Werk ihrer Einbildung oder der Nachhall jener Trauer⸗ choͤre waͤren, die ihr noch immer in den Ohren toͤnten. Bald uͤberzeugte ſie ſich aber, daß es ganz ſicher wirkliche Toͤne waren, die wie eine Geiſterſymphonie in der Luft erklangen. Sehnſuͤch⸗ tig lauſchte ſie nach den himmliſchen Melodien, als ſie jetzt allmaͤlig in einander verſchmolzen und ſo leiſe verſchollen, daß ſie mit aller Anſtrengung nichts mehr vernehmen konnte, und ploͤtzlich rief nun eine ſanfte Stimme klar und deutlich ihren
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