Teil eines Werkes 
1. Th. (1824)
Entstehung
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taͤglichen Lectuͤre verbunden, dahin zielten, das Herz mit Gleichguͤltigkeit fuͤr das Leben zu erfuͤl⸗ len, daß ſie faſt unmerklich uͤber die Grenze hin⸗ weg gefuͤhrt wurde, die ihr den Gedanken, durch die Annahme jenes ſchaudervollen Schleiers von der Welt auf ewig getrennt zu werden, noch vor Kurzem unertraͤglich machte.

Eifrig verlegte ſie ſich jetzt auf den Dienſt der Kirche und fuͤgte ſich bald mit weniger Abneigung in ihr Loos. Es gab ſogar Zeiten, in denen ſie es fuͤr leicht hielt, ohne beſonderen Widerwillen den Eitelkeiten des fluͤchtigen Lebens auf ewig ent⸗ ſagen zu koͤnnen, ſobald Seraphine ihre im⸗ merwaͤhrende Begleiterin und Freundin bleiben wuͤrde. Leider! blieb dazu aber nur ſehr wenig Hoffnung. Nie tauchte die Sonne am Horizonte empor, ohne ein neuer Zeuge von Seraphi⸗ nens erhoͤhter Schwaͤchlichkeit zu ſeyn.

Mit Ruhe ſah das arme Maͤdchen ihrer heran nahenden Aufloͤſung entgegen, waͤhrend Almira mit thraͤnenfeuchten Augen an ihrem Lager ſaß. Glaubt mir, theure Freundin, begann ſie mit leiſem Tone,daß wir uns uͤber kurz oder lang wiederſehen werden; warum weinet Ihr alſo? Gewiß erinnert Ihr Euch noch der Spiele Eurer Kindheit, an denen Ihr einſt mit ganzer Liebe

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