Teil eines Werkes 
1. Th. (1824)
Entstehung
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in Schlummer gewiegt ſeyn ſollte, Uneinigkeit und Zwietracht ihre raſende Gewalt uͤbten.

Seit mehreren Monaten ſchon war die Aeb⸗ tiſſin bettlaͤgerig; taͤglich und ſtuͤndlich erwartete man ihr Dahinſcheiden, wobei faſt jede der aͤlteſten Schweſtern in der ſuͤßen Hoffnung lebte, die ge⸗ wiſſe Nachfolgerin in ihrem Amte zu werden. Mit jeder Minute erhob ſich daher grenzenloſer Parteigeiſt immer mehr, und erzeugte ſo viele ſchlau und geheim angeſponnene Cabalen, die ſelbſt dem erfahrenſten Diplomaten Ehre gemacht haben

wuͤrden. Unmoͤglich konnte ſich Seraphine hie⸗

bei enthalten, mit jugendlichem Leichtſinne uͤber die Thorheit und kleinliche Ehrſucht jener Weiber zu witzeln, die im hohen Alter noch ſo begierig nach den fluͤchtigen Reizen der Ehre haſchten, da es doch weit wahrſcheinlicher war, daß ſich jeder von ihnen, ſtatt der gewuͤnſchten Befoͤrderung, das Grab nur zu bald eroͤffnen duͤrfte.

Oh gewiß muß in dem Beſitze der oberſten Gewalt doch etwas ſehr Reizendes liegen, meinte Almira eines Tages, als ſich Seraphine eben wieder mit froͤhlicher Laune uͤber das Sehnen, Hoffen und Cabalenſpielen der Nonnen beluſtigte. Unmoͤglich wuͤrden ſonſt jene alten froſtigen Wei⸗ ber ſo ſehr darnach ſtreben. O wie ſehnlich wuͤnſch⸗

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