gewöhnlich an Sonn⸗ und Feiertagen, mein lieber Herr Fontenay?“
„Nicht viel Beſonderes— ich mache mit einigen Freunden einen Spaziergang und gehe Abends vielleicht in's Theater, wenn ein Stück gegeben wird, für welches ich eine Vorliebe habe.“
„Glückliche Jugend!“ bemerkte der Buchhalter kopf⸗ nickend,„die noch an Spaziergängen und Komödien in ihren Freiſtunden Vergnügen findet— Unſereiner, dem den ganzen Tag die Geſchäfte durch den Kopf ſauſen, möchte ſich, wenn er einmal nichts zu thun hat, lieber in eine Ecke des Sophas ſetzen und gar nichts denken— aber das geht auch nicht, wenn man einmal ſo einen Ruhepunkt hat, ſo kommen gleich alte Bekannte und klopfen an.“
„Ein Geſpräch mit gleichgeſinnten Freunden liebe ich auch.“
„Ja das Anklopfen meiner Bekannten war nur bild⸗ lich zu verſtehen, mein lieber Herr Fontenay— unter dieſen alten Bekannten verſtehe ich meine Gedanken, und das ſind denn auch zuweilen Freunde, die nicht immer Angenehmes zu verhandeln haben.— Wer lange gelebt hat, wie ich, zu dem treten auch zuweilen Erinnerungen ernſterer Art— ſo weiß ich nicht, wie es kam, daß heute Morgen, während ich allein auf meinem Zimmer ſaß und Hackländer, Zwölf Zettel. II. 2


