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ihn, wie er ſich ſelbſt ſchon zu ſagen erlauben durfte, in den Augen des ſchönen, geliebten Mädchens bedeutend
über das Niveau der Alltäglichkeit heben mußte: der Ge⸗
danke an ſeinen Chef nämlich, der, indem er ſeiner Tochter Hand vergab, gewiß für das Wohlſein ſeines Kindes be ſorgt geweſen war.— Entſagen iſt groß und ſchön, und in dem Alter von Anatole Fontenay entſagt man zu⸗ weilen mit einer wahren Leidenſchaft, weil man häufig die Folgen der Entſagung nicht kennt, oder weil man für dieſe Tugend auf eine ausgiebige Belohnung hofft. — Und Anatole wollte nicht nur entſagen, ſondern er hatte ſich auch feſt vorgenommen, das junge, geliebte Mädchen auf den richtigen Weg zurückzubringen, ſie zur Gräfin von Riedberg machen zu helfen, und wenn auch ſein Herz darüber brechen würde.— Glückliche Zeit der Jugend, wo man noch an gebrochene Herzen glaubt, ſowie an einen Balſam, um ſie wieder zuſammen zu heilen!
Trotzdem Anatole nach dieſen Gedanken in ziemlicher Ruhe und Faſſung das Zimmer ſeiner Großmutter be⸗ trat, ſo ſah er doch etwas bleich aus, zeigte nichts von ſeiner gewöhnlichen Heiterkeit und gab oft ſo verwirrte Antworten, daß Madame Reveillot wohl berechtigt war, ihn zu fragen, womit er denn heute ſo ausnehmend be⸗
ſchäftigt ſei.
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