Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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hand, und wenn es ihn auch ſchmerzlich berührte, daß er geglaubt hatte, dem Himmel nahe zu ſein, weil ihn der luſtige Ballon ſeiner Wünſche und die glühende Phan⸗ taſie eines jungen Mädchens ein wenig über die Alltäg⸗ lichkeit erhoben, und weil er noch jung und völlig unver⸗ dorben war, um das richtige Gefühl zu haben, wie un⸗ ſäglich erbärmlich es von ihm ſein würde, das unter dem Eindruck einer romantiſchen Geſchichte lebhafter ſchlagende Herz Anna's auch nur im Geringſten zu mißbrauchen, ſo fand er es edel und groß, dem ſchönen, jungen Mäd⸗ chen allerdings ſeine treuen und hingebenden Dienſte zu leiſten, aber nur in der Eigenſchaft eines Freundes, ja, indem er ſich bemühen wollte, ſie mit ſanfter Hand vom Abgrunde zurückzuziehen, dem ſie in ihrer reizenden Sorg⸗ loſigkeit zugeſtrebt.

Er kam ſich erhaben vor in dieſem Gedanken, beſon⸗ ders da er fühlte, daß er Anna von Martini in der That und aufrichtig liebe tugendhaft in ſeiner Ent⸗ ſagung, wenn er daran dachte, wie er ſpäter, vielleicht nach Jahren vor ſie hintreten würde und ihr ſagen: ſo habe ich an Ihnen gehandelt, Anna, obgleich ich Sie glühend liebte, aber mit ruhigem Sinn, daß es ſchändlich geweſen wäre, Ihre Jugend und Unerfahrenheit zu be⸗ nützen.

An dieſe Gedankenfolge reihte ſich eine andere, die