ein altes Haus, wurde auf den Abbruch verkauft und jetzt ſteht ein neues da. Aber unter dieſem neuen ſieht man noch die Gewölbe des alten, in deren einem wir dazumal waſchen mußten bei der Herrſchaft, wo ich in Dienſten ſtand. Als ich dort eintrat, hatte man mir ge⸗ ſagt, Liſe, Du bleibſt nicht lange da, es iſt noch keine über die erſte Waſch da geblieben; doch habe ich gedacht, will's probiren, waſchen kann ich, fleißig bin ich auch— wir wollen ſchon ſehen. Morgens früh um fünf Uhr habe ich angefangen, die Wäſche zu ſeifen.“
„Weiter, Liſe— weiter!“
„Das gehört Alles dazu— und Nachts um ein Uhr ſollte ich anfangen zu waſchen, da ich aber Abends keinen Schlaf hatte, ſo fing ich ſchon um zehn Uhr an, dachte, da biſt Du ein paar Stunden früher fertig.“
„Sie waren allein in dem Gewölbe?“ frug Herr Werder.
„Ganz allein, denn es war eine kleine Haushaltung und alſo auch eine kleine Waſch— an dem Abend ging es mir wie noch nie von der Hand, es war förmlich ein Segen dabei, und als es zwölf Uhr ſchlug, konnte ich ſchon durch meinen Haufen durchſehen.“
„Ah, es ſchlug zwölf Uhr?“
„Mitternacht— jetzt kommt's,“ ſagte Anatole.
„Allerdings kam es, junger Herr, und ich will es
Hackländer, Zwölf Zettel. I. 3


