10—
Damit erſuchte die Haushälterin Madame Reveillot ihr zu folgen und führte ſie durch die mit Teppichen be⸗ legten Gänge des großen und prächtigen Hauſes, in wel⸗ chem jeder Raum angenehm erwärmt war und Alles ſo elegant wie möglich, aber ſo ſtill wie in einer Kirche, eine breite Marmortreppe hinab, die mit Pflanzen und Statuen beſetzt war, und Beide traten alsdann, unten angekommen, in ein allerliebſtes, rundes Gemach, deſſen Boden mit feinen indiſchen Matten belegt war und deſſen Möbel wie aus natürlichem Holze zuſammenge⸗ wachſen ſchienen, und von hier in das große Glashaus, von wo ihnen das laute fröhliche Lachen von einem Paar Mädchenſtimmen entgegenſchallte und wo ein kleiner, run⸗ der Raſenplatz, der, auf geſchmackvolle Art mit Palmen, Dracgenen, Lorbeer⸗ und Orangenbüſchen umgeben, einen herrlichen Gegenſatz bildete zu der kahlen, weißbedeckten, winterlichen Landſchaft.
Hier ſchlugen zwei junge Damen Ball, und wenn eine der bunten Kugeln vorbeiflog, oder etwas zu hoch an das Glasdach geſchnellt wurde, ſo veranlaßte das zu neckiſchen, ſcherzhaften Bemerkungen, welche jedesmal von dem eben erwähnten luſtigen Lachen begleitet waren, in dem weiten, hohen Raume ein heiteres Echo weckend.
Jetzt ging einer der Bälle gänzlich fehl und flog zu den Füßen der Madame Revelllot nieder, welche ihn auf⸗


