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ein ſchrecklicher Alp drückte ihre Bruſt; man braucht ſich nichts vorzuwerfen zu haben und kann doch im Schlafe reden. Aber dieſer Traum, dieſes Schlafreden, dieſes Alpdrücken, verbunden mit dem kleinen ärztlichen Verſuche am Morgen, beunruhigten das Gemüth Friedrich's ganz ungewöhnlich und brachten ihn endlich auf den feſten Entſchluß, ſeinen Heirathsplan nicht weiter fortzu⸗ ſetzen. Demzufolge ſchützte er gleich den nächſten Morgen wichtige Geſchäfte vor, die ihn ſogleich wieder nach Paris zurückriefen. Ehe er das Packetboot beſtieg, ſagte er zu Mad. T.:
„Du haſt vorige Nacht ſchlecht geſchlafen, geſchrieen, im Schlafe geſprochen.“
„ Wirklich? Und was habe ich geſagt?“
„Ich weiß es nicht— albernes Zeug.“
Mad. T. verſtand und ſprach kein Wort weiter von ihren Träumen oder von der Heirath. Merkwürdig iſt auch, daß Friedrich immer ihr Freund geblieben iſt und nach der Vernichtung ſeines Teſtaments mehrmals bei ihr aß.
Die Entwickelung naht, und welche Entwickelung? Die Ro⸗ manendichter entſchuldigen ſich meiſt, daß ihre Dramen ſchlecht endigen, oder ſie bringen dieſelben gar nicht zu Ende, indem ſie ſagen, die Wirklichkeit bringe niemals ein vollſtändig abgeſchloſſenes 4 Ende hervor. Wir ſind damit einverſtanden und behaupten über⸗ dies, daß, wenn man in einem Romane oder Bühnenſtücke die Entwickelung fände, welche wir erzählen wollen, dieſelbe einſtim⸗ mig für lächerlich, abſurd, unmöglich erklärt werden würde. Mad.
T. führte in Paris eine Lebensweiſe, die nicht gerade prächtig war, 4 aber ohne 20,000 Francs jährlich nicht erhalten werden kann; ſie hatte eine kleine, mit geſchmackvollem Lurus decorirte und meublirte Wohnung inne. Jedermann hielt ſie für reich; man wußte, daß ſte ihren Mann oder vielmehr ihre Kinder beerbt hatte, und von Zeit zu Zeit machte ſie Reiſen, um, wie ſie ſagte, die Erbſchafts⸗ ſache auszugleichen. Bei der Rückfahrt auf einer dieſer Reiſen,


