Teil eines Werkes 
7./8. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

hat großes Unglück. Ihre ganze Familie wird ihr entriſſen, alle Weſen, die ihr theuer ſind, ſinken nach einander in das Grab. Welches grauſame Schickſal!

Mad. T. hatte noch ein anderes Unglück; obgleich nun frei, ohne Gatten, ohne Kinder, ohne irgend ein Band, heirathete ſie doch der Braſiliancr nicht, der ſich vielleicht der unvorſichtig ge⸗ ſprochenen Worte erinnerte, und die Wittwe ohne Kinder erſchreckte ihn vielleicht noch mehr, als die Familienmutter.

Man mußte ſich wohl bedenken, was man von dieſer Frau ſprach, die Alles hörte und Nichts vergaß. Unter ihren Anbetern befand ſich ein reicher verheiratheter Mann, Herr R. Dieſem ent⸗ ſchlüpften einmal im Scherze die Worte:Wenn ich Wittwer wäre, heirathete ich die Mad. T.Wenn ich Wittwer wäre! welche Unvorſichtigkeit. Der Zufall gab der Mad. T. die Gelegenheit, mit Mad. R. bekannt zu werden, von welcher Zeit an Beide ge⸗ genſeitig fortwährend Beſuche, Liebkoſungen und Geſchenke tauſch⸗ ten. Eines Tages fühlte ſich Mad. R. etwas unwohl; ihre Freundin wollte ſie ſelbſt pflegen. Bevor der Arzt kam, reichte ſie ihr ein Glas Zuckerwaſſer; auch gab ſie ihr ein Bonbon für den Magen. Eine Viertelſtunde ſpäter war Mad. R. nicht mehr; der Arzt und der Gatte, die herbeieilten, fanden ſie todt mit ſchwarzen Flecken an den Nägeln, wie bei den beiden Söhnen der Mad. T. Dieſe Bemerkung machte ein gemeinſchaftlicher Freund der beiden Frauen, ein Spanier, der ſpäter, wie wir ſehen werden, dieſelbe Erſchei⸗ nung wieder bemerkte.

Während des vertraulichen Lebens der Mad. T. und R. waren der Letzteren mehrere werthvolle Gegenſtände abhanden gekommen, namentlich zwei Diamantringe; bei ihrem Tode verſchwanden 10,000 Fres. in Gold, die ſie in einem Bureau verwahrt hatte. Der Diebereien wegen wurde ein Dienſtmädchen fortgeſchickt; denn man war weit entfernt, die wahre Urheberin zu muthmaßen. In den erſten Augenblicken des Schmerzes wohnte Herr R. unn ſine ier 3. 7 8