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hegte keinen Argwohn, denn ſie reiſete mit Ertrapoſt, begleitet von einem kleinen Mädchen, das ſie für ihre Tochter ausgab, und ſchickte immer einen Courier voraus. Von Cöln reiſete ſie nach Coblenz, wo ſie von den Herren Deinhard u. Jordan 12,500 Fres. verlangte, welche Summe jene Herren bezahlten, nachdem ſie den Creditbrief zwanzig Perſonen gezeigt hatten, um ſich von der Echt⸗
heit deſſelben zu überzeugen.
Am 24. präſentirte ſie bei den Herren Jogel, Koch u. Comp. einen andern Creditbrief von 20,000 Franes, worauf ſie ſich 13,000 Fr. bezahlen ließ. In Mainz entnahm ſie ferner 12,500 Fr. von Humann u. Mappes Sohn, worauf ſie ſich nach Paris wen⸗ dete, wo man ihre Spur verloren hat.
Wenden wir uns nun zu den Operationen der Schuldigen in Belgien. Am 20. April reiſete de Caſtel mit Perry von Aachen ab und begab ſich nach Lüttich. Hier präſentirte Perry bei Nagel⸗ macher u. Cerſontaine einen Creditbrief von 20,000 Franes und verlangte darauf 14,000 Franes, was man ihm Anfangs abſchlug, da ſein Paß nicht in Ordnung war. Er kam indeß den andern Tag wieder und erhielt 2500 Franes, wovon ihm Caſtel 500 für ſeine Mühe gab. Von da reiſeten ſte nach Brüſſel, wo ſie bei Engler u. Comp. 18,500 Francs nahmen, von denen de Caſtel ſeinem Mitſchuldigen 7500 überließ. Am 23. waren ſie in Gent, und Perry präſentirte bei Meulemaſter u. Sohn jenen Creditbrief, auf welchen er in Lüttich bereits 2500 Frcs. erhoben hatte, aber jene Bankiers weigerten ſich, ihm etwas zu geben, indem ſie verſicherten, ſie hätten von dem Hauſe Glyn u. Comp. keinen Avis erhalten.
Am Abende deſſelben Tages war Perry in Antwerpen und prä⸗ ſentirte bei den Herren Agié und Sohn den Creditbrief, auf den er in Brüſſel ſchon 18,500 Fres. erhalten hatte. Herr Agié fand es jedoch ſeltſam, daß ein Mann von dem Ausſehen Perry's Geld
bedürfen ſollte, nachdem er erſt vor wenigen Tagen von den Herren
Engler u. Comp. eine ſo anſehnliche Summe erhalten hatte; er


