Teil eines Werkes 
7./8. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

er in Florenz ſeine Zeit in Intriguen und Ausſchweifungen hin⸗ brachte und für einen angenehmen vollkommenen Taugenichts galt.

Im Anfange des Jahres 1838 entfloh er mit dem Kammer⸗ mädchen ſeiner Frau von Florenz und verließ die Frau von Bourbel im letzten Monate ihrer Schwangerſchaft. Die vielfache Untreue ihres Mannes, ſeine nicht eben ehrenvolle Lebensweiſe und die Verachtung, die er ſich zugezogen, hatten auf die Frau von Bourbel ſchon längſt einen tiefen Eindruck gemacht; die letzte ſchlechte Hand⸗ lung verſetzte ihr einen Streich, von dem ſie ſich nicht wieder er⸗ holte. Sie ſtarb im Frühjahre 1838 im Wochenbette. Dieſer Vorfall hatte das Publicum ſo gegen Bourbel erbittert, daß er ſich mit ſeiner Familie in die Villa Micati, bei Livorno, zurück⸗ ziehen mußte. Er erhielt indeſſen in ſeiner Zurückgezogenheit den Beſuch eines durch ſeine Talente ebenfalls ausgezeichneten Mannes, Cunningham Graham aus Gartmore in Schottland, der wegen Schulden und ſchlechter Aufführung ſein Vaterland hatte fliehen müſſen.

Cunningham Graham, aus der alten und reichen Familie Gart⸗ more, hatte nicht nur den Namen ſeiner Ahnen entehrt, ſondern auch das große Erbe verſchwendet, das ihm zugefallen war. Um ſich ſeinen Gläubigern zu entziehen, verließ er 1828 Schottland und begab ſich zuerſt nach Brüſſel. Dort blieb er nicht lange, denn 1829 war er in Tours. Im Jahre 1832 oder 1833 ließ er ſich in Florenz nieder mit ſeiner Frau, der Mutter Bogle's, die er geheirathet und von der er zwei Töchter und einen Sohn hatte. Er beſaß in Hinſicht auf Kunſtwerke vortrefflichen Geſchmack, hatte viel geleſen und durch Uebung ſich ein bereits außerordentliches Gedächtniß erworben. Als geſchickter Drechsler und Mechanicus verfertigte er ſich ſelbſt die Werkzeuge, mit denen er bewunderns⸗ würdige Copien der ſeltenſten Kupferſtiche von Rafael Morghen und der Meiſterwerke Domenichino's und Guido Reni's lieferte. Wann er mit Bourbel bekannt wurde, wiſſen wir nicht, wahr⸗