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Schuhe aus und ſchlich auf Händen und Füßen, wie eine Katze, ſo leiſe, daß Niemand meinen Tritt hören konnte, in mein Zimmer hinauf. Ich wuſch mir die Hände und legte mich mit der Er⸗ wartung nieder, am andern Tage verhaftet zu werden. Aber meine Freude war ſo groß und meine Ergebung in den Willen Gottes ſo vollkommen, nachdem ich die ſo lange vorbedachte That vollbracht, daß ich nach fünf Minuten einſchlief und am andern Morgen nur bei dem Geräuſche erwachte, das die Dienſtleute im Hauſe machten. Zufällig war der Wirth ein Verwandter des Oberſten Sharp. Durch meinen Namen und die Muthmaßung des Bruders des Oberſten aufmerkſam gemacht, kam er eilig in mein Zimmer her⸗ auf. Ich grüßte ihn ſehr artig. „Wiſſen Sie,“ ſagte er zu mir,„wer den Oberſten Sharp dieſe Nacht ermordet hat?“ Ich ſtellte mich ſehr erſtaunt und ſagte: „Iſt es möglich? Wie? der Oberſt Sharp...“ „Iſt todt,“ vollendete er. „Und wie hat man ihn umgebracht?.. in einem Zweikampfe?“ „Man hat ihn ermordet.“ Er wollte fortgehen. „Bleiben Sie noch einen Augenblick und erzählen Sie mir die ſchreckliche Geſchichte ausführlicher.“ „Ich kann Ihnen nicht mehr ſagen,“ antwortete er und ging. Die Art, wie er in mein Zimmer getreten, war mir nicht eben angenehm geweſen, aber ich ſah wohl, daß ſein Verdacht, als er fortging, durch die unveränderte Miene, die ich bewahrt hatte, ſo ziemlich zerſtreut worden war. Ich ging in das Gaſtzimmer hin⸗ unter, frühſtückte, plauderte liebenswürdig mit der Frau vom Hauſe und fragte ſie, ob man Verdacht wegen des Mörders habe. Dann beſchäftigte ich mich mit den Angelegenheiten, die meine Aufmerk⸗ ſamkeit erforderten. Als ich wieder in das Gaſthaus kam, hatte ich ein neues Ver⸗ hör von dem Wirthe zu beſtehen.


