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Geheimniß, das man mir anvertraut, verrathen zu ſehen; denn eine unüberlegte Plauderei würde... Sprechen Sie nur.“
„Ich weiß,“ ſagte der Marquis, nachdem er ſie auf dieſe Art ganz beruhigt hatte,„daß Sie eine ſehr geſchickte Frau ſind.“
„Ich wollte, ich wäre es wirklich, um Ihren Dank verdienen zu können.“
„Ich weiß, daß Sie in Ihrer Kunſt ſo weit gekommen ſind, als irgend möglich.“
„Man hat Ihre ergebenſte Dienerin vielleicht zu ſehr gerühmt.“
„Ich weiß ferner, daß Sie es dahin gebracht haben, in die Zukunft ſehen zu können.“
„Was das betrifft, ſo iſt es damit nichts.“
„Aber man hat mir doch geſagt...“
„Man hat Sie getäuſcht.“
„Warum wollen Sie leugnen und ſchon jetzt mir Ihre Dienſte entziehen?“
Louiſe Goillard weigerte ſich lange, denn ſie konnte es nicht begreifen, daß ein ſo vornehmer Mann an Prophezeiungen glaube, die ſie nur dem ungebildeten Volk und reichen Bauern aufzutiſchen wagte; allein der Marquis drang ſo ſehr in ſie, daß ſie zuletzt nicht wußte, was ſie denken ſolle.
„Hören Sie mich,“ ſagte er,„es iſt überflüſſig, daß Sie ſich mir gegenüber verſtellen; wir ſpielen ein Spiel, in welchem Sie Tauſend gegen Eins gewinnen. Uebrigens verlange ich durchaus nicht, daß Sie mir umſonſt gefällig ſind.“
Er ſtellte ein Säulchen Gold auf den Tiſch. Die Hebamme gab klein bei, daß ſie zuweilen Verſuche gemacht und aſtrologiſche Rechnungen angeſtellt, um die Zukunft zu entſchleiern, und dies Geſchäft nur zu ihrem Vergnügen getrieben habe. Das Geheim⸗ niß ihrer ſtrafbaren Praris war ſo zum Theil ſchon verrathen.
„Nun, wenn das ſo iſt,“ erwiderte der Marquis,„ſo müſſen Sie ſchon wiſſen, in welcher Lage ich mich befinde; daß ich mich


