Teil eines Werkes 
7./8. Th. (1844)
Entstehung
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dern ein junger ſchöner Edelmann, den ihr guter Stern ihr ins Haus geführt.

Entſchuldigen Sie, ſagte die Hebamme,daß ich eine Furcht zeigte, welche ſie beleidigen muß. Sie traten ſo ſchnell herein, daß ich gar nicht Zeit hatte, zu ſehen, wer mir die Ehre ſeines Beſuches ſchenkt. Mein Haus liegt etwas einſam, ich bewohne es allein, und man könnte dieſen Umſtand benutzen, um mich zu berauben, obgleich ich eine arme Frau bin, die nicht erſt Unglück... Die Zeiten ſind ſehr ſchlecht... Sie ſcheinen ſehr erſchöpft, ſoll ich Ihnen etwas Erfriſchendes zu riechen geben?

Ich bitte nur um ein Glas Waſſer.

Louiſe Goillard ging in das anſtoßende Zimmer und brachte Waſſer. Der Marquis benetzte ſich die Lippen und ſagte dann:

Ich komme weit her in einer höchſt wichtigen Angelegenheit; Sie können auf meine Erkenntlichkeit für Ihre Dienſte rechnen; dabei zog er einen Geldbeutel aus der Taſche und drehte ihn hin und her.

Zunächſt, fuhr er fort,müſſen Sie mir die tiefſte Ver⸗

ſchwiegenheit ſchwören.

Das iſt bei einer Frau von meinem Geſchäft überflüſſig, ſagte die Hebamme;denn Verſchwiegenheit iſt meine erſte Pflicht.

Ich muß aber ganz ſicher ſein und verlange einen Eid, daß Sie Niemand in der Welt verrathen, was ich Ihnen anvertrauen will.

Nun, ich gebe Ihnen mein Wort, wenn Sie es verlangen; aber ich ſage es noch einmal, es iſt ganz überflüſſig; Sie kennen mich nur noch nicht.

Bedenken Sie, daß es ſich um ſehr ernſte Angelegenheiten handelt, daß ich gleichſam meinen Kopf in Ihre Hände lege und daß ich tauſend Mal lieber mein Leben opfern, als dieſes Ge⸗ heimniß verrathen ſehen würde.

Aber bedenken Sie auch, erwiderte gutmüthig lächelnd die Hebamme,daß es mir eben ſo ſehr darauf ankommen muß, kein