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heimnißvolle, ſchändliche Mittel beſaß. Zugleich hatte ſie ſehr ge⸗ ſchickt den Einfluß zu benutzen gewußt, welchen ihre Kunſt ihr bei leichtgläubigen Leuten verſchaffen konnte; ſo heilte ſie unter andern Kröpfe, braute Liebestränke, war unverheiratheten Damen aus vornehmen Häuſern in ihren mütterlichen Verlegenheiten behüflich, wußte alle möglichen Ränke zu ſchmieden und trieb auf dem Lande ſogar die Zauberei. Dabei wußte ſie ſich ſo geſchickt zu benehmen, daß nur diejenigen von ihren verſchiedenen Eigenſchaften und Kün⸗ ſten wußten, welche ſich derſelben bedient hatten, und denen ſelbſt viel daran gelegen ſein mußte, die Sache geheim zu halten. Da ſie nur gegen blankes Geld ihre Dienſte leiſtete, lebte ſie in einer gewiſſen Wohlhabenheit in einem ihr gehörenden Hauſe, welches ſie größerer Bequemlichkeit wegen allein bewohnte. Als Hebamme war ſie ſehr berühmt und genoß die Achtung vieler hochgeſtellten Perſonen. Dieſe Frau hieß Louiſe Goillard.
Als ſie eines Abends ſpät allein zu Hauſe war, hörte ſie laut an die Thür klopfen. Gewohnt, in jeder Stunde der Nacht Be⸗ ſuche zu erhalten, nahm ſie ohne Mißtrauen die Lampe und öffnete. Ein bewaffneter Mann, welcher ſehr aufgeregt ſchien, ſprang mit einem Satz in das Zimmer hinein. Der Fremde war niemand Anderes, als der Marquis von Saint Mairxent.
„Sein Sie ruhig, gute Frau,“ ſagte der Fremde zu der da⸗ rüber Erſchrockenen,„ſein Sie ruhig, ich bitte Sie darum; denn nicht Sie, ſondern nur ich habe Urſache, bewegt zu ſein. Ich bin kein Verbrecher, und Sie haben nichts von mir zu fürchten; ich komme, Sie um Hülfe zu bitten.“
Er warf ſeinen Mantel ab, ſchnallte den Gurt vom Leibe und ſtellte den Degen in eine Ecke; dann warf er ſich in einen Stuhl.
„Erlauben Sie, daß ich mich ein Wenig ausruhe,“ ſagte er.
Der Marquis trug Reiſekleider; obgleich er ſich aber noch nicht genannt, ſah doch Louiſe Goillard, daß er kein Räuber ſei, ſon⸗


