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alle dieſe Leute hinausſchicken, als der Courier ſagte, es ſei der Wunſch des Herrn Grafen, daß der Brief vor allen ſeinen Leuten laut vorgeleſen würde. Ohne ein Wort zu ſagen, brach der Mar⸗ quis das Schreiben auf, durchlief es ſchnell mit den Augen und las es dann, ohne die mindeſte Bewegung zu zeigen, mit lauter Stimme vor. Der Graf meldete ſeinen lieben Verwandten und ſeinem ganzen Hauſe, daß ſeine Frau Spuren von Schwanger⸗ ſchaft zeige. Gleich nach ihrer Ankunft in Paris habe ſie Ohn⸗ machten gehabt und ſich mehrmals erbrechen müſſen; doch ertrage ſie dieſe Unannehmlichkeiten, welche ihre Fruchtbarkeit anmeldeten, mit Entzücken, da weder die Aerzte, noch ſonſt Jemand den min⸗ deſten Zweifel an ihrem Zuſtande hege. Für ihn ſei dies Ereig⸗ niß, welches alle ſeine Wünſche zu erfüllen verſpreche, ein ſo glück⸗ liches, freudiges, daß er ſchon jetzt wünſche, ſämmtliche Bewohner des Schloſſes möchten ſein Glück theilen; übrigens werde er we⸗ nige Tage nach Ankunft des Briefes ſelber kommen und die Gräfin zu größerer Sicherheit in einer Sänfte nach Hauſe bringen laſſen. Zuletzt befahl er noch, an die Dienerſchaft eine anſehnliche Summe Geldes zu vertheilen.
Die Dienerſchaft brach in ein lautes Freudengeſchrei aus, der Marquis und die Marquiſe warfen ſich nur einen Blick zu, aber dieſer Blick drückte alle ihre Beſorgniſſe aus; doch nahmen ſie ſich zuſammen, und der Marquis belobte ſogar die Dienerſchaft wegen ihrer Anhänglichkeit an die Herrſchaft. Als die Beiden wie⸗ der allein waren, ſahen ſie ſich mit ernſthaften Geſichtern an, während unter ihrem Fenſter die Geigen jubelten und ein Feuer⸗ werk abgebrannt wurde. Einige Augenblicke ſchwiegen ſie ſtill; ihr erſter Gedanke war, der Graf und die Gräfin hätten ſich in den ſo gewöhnlichen Anzeigen getäuſcht; man habe ihren Hoff⸗ nungen ſchmeicheln wollen; es ſei unmöglich, daß eine Natur ſich nach zwanzig Jahren ſo verändere, und es würde wohl mit dieſer vorgeblichen Schwangerſchaft nichts ſein. Dieſe Anſicht ſuchten


