Dieſer folgte als Graf von Saint Géran ſeinem Vater auch als Gouverneur der Provinz Bourbon.
Bald darauf brach die Marquiſe von Bouillé mit dem alten Marquis, ihrem Gatten, ließ ſich von ihm ſcheiden und zog nach dem Schloſſe Saint Géran, erfreut über die unfruchtbare Ehe ihres Bruders, deſſen Vermögen ihr als einziger Erbin zu⸗ fallen mußte. So ſtanden die Sachen, als der Marquis von Saint Mairent im Schloſſe ankam. Er war jung, ſchön und ſehr ver⸗ ſchlagen und gefiel den Frauen ſo ſehr, daß er bald alle für ſich gewonnen hatte, ſogar die alte Marſchallin von Saint Géran, die auch bei ihren Kindern auf dem Schloſſe wohnte. Bald ſah er, daß es ihm leicht ſein würde, ein Verhältniß mit der Marquiſe von Bouillé anzuknüpfen.
Das Vermögen des Marquis von Maixent war durch ſein un⸗ geregeltes Leben und ſeine Händel mit den Gerichten faſt ganz drauf gegangen. Die Marquiſe war die vermuthliche Erbin des Grafen, und ihr Mann konnte nicht mehr lange leben. Uebrigens hätte ein ſiebzigjähriger Greis einen Mann wie den Marquis niemals
in Verlegenheit ſetzen können. War derſelbe erſt todt, ſo konnte er die Marquiſe heirathen und ſo Herr der anſehnlichſten Güter
in der ganzen Provinz werden.
Er machte ſich daher viel mit der Marquiſe zu thun, vermied jedoch ſorgfältig Alles, was ihm hätte den leiſeſten Verdacht zu⸗ ziehen können, und es war allerdings nicht ganz leicht, ſich mit ihr zu verſtändigen, ohne ſich den andern Unbetheiligten zu verra⸗ then. Allein die Marquiſe war bald durch das angenehme Aeußere des Herrn von Saint Mairent gewonnen, verſtand ihn ſchnell und ſetzte ſeinen Unternehmungen um ſo weniger Widerſtand entgegen, da ihre erſte unglückliche Ehe ihr Herz für Liebe noch empfänglicher machen mußte. Dennoch fanden ſie nur ſelten Gelegenheit, ſich allein zu ſprechen, da ſich die Gräfin faſt immer, wenn auch ohne Arg, in ihre Unterhaltungen miſchte und der Graf den Marquis
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