Teil eines Werkes 
7./8. Th. (1844)
Entstehung
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eilten ſich nicht mit dem Heffnen. Der Unbekannte ſetzte die Glocke

noch einmal kräftig in Bewegung, bis endlich Jemand herbeikam.

Der Diener guckte durchs Gitter, und da er in der Dämmerung

1 nooch genug ſah, um zu bemerken, daß der Reiſende ſich in ziem⸗

lich unordentlichem Zuſtande befinde und nicht einmal einen Degen

an der Seite trage, ſo fragte er nach ſeinem Begehren. Der Un⸗

bekannte antwortete ohne Umſchweife, er habe mit dem Grafen

Saint Goͤran zu ſprechen, er möge ſchnell machen. Der Bediente antwortete, das ſei nicht möglich; und der Andere wurde ärgerlich. 1 Wer ſind Sie denn? fragte der Menſch in der Livree. 1

Macht der Kerl, rief der Reiter aus,ellenlange Ceremo⸗ nien! Geh', ſage dem Herrn Grafen von Saint Géran, ſein Verwandter, der Marquis von Saint Mairent, wolle ihn augen⸗ blicklich ſprechen.

Der Bediente entſchuldigte ſich mit vielen Worten, öffnete das Gitter und ging dann vor dem Pferde des Marquis her, rief an⸗ dere Diener, welche den Steigbügel zu halten kamen, und lief ſchnell ins Haus, um die Ankunft des Gaſtes zu melden.

Eben wollte man das Abendeſſen auftragen, als der Marquis dem Grafen angemeldet wurde. Sogleich ging er ihm entgegen, umarmte ihn und empfing ihn mit allen Zeichen der Freundſchaft. Er wollte ihn gleich ins Speiſezimmer mitnehmen, um ihn der 1 ganzen Familie vorzuſtellen; allein der Marquis machte ihn auf I den ſchlechten Zuſtand ſeines Anzuges aufmerkſam und bat zugleich um eine kurze Unterhaltung. Der Graf führte ihn in ſein Zim⸗

mer, gab ihm einen vollſtändigen Anzug von ſeinen Kleidern und plauderte mit ſeinem Gaſt, während er ſich umzog. Wahrſchein⸗ lich hatte der Marquis damals in Betreff der auf ihm laſtenden Anklage dem Grafen irgend ein Mährchen aufgebunden; ſo viel iſt gewiß, daß dieſer nicht aufhörte, ſich ſeinem Verwandten höchſt ergeben zu zeigen, und der Marquis von dieſem Augenblick an das Schloß Saint Géran als einen ſichern Zufluchtsort betrachten