„Allerdings. Und es kann ihm leicht den Kopf koſten.“
„Weiß man nicht, was er gethan hat?“
„Ja, davon kann einem angſt werden; greuliche Geſchichten hat er angegeben, ſeine Rechnung iſt voll, die ganze Provinz iſt gegen ihn empört.“
„Kennt Ihr ihn denn?“
„Nein, das nicht, aber wir haben Alle ſein Signalement.“
Da dieſe Nachrichten nicht viel Tröſtliches für ihn hatten, ging der Marquis, nachdem er noch manche ähnliche Aeußerung gehört, nach ſeinem Pferde, ſtreichelte es mit der Hand, warf den Bauern noch einiges Geld zu und verſchwand bald in der Richtung, welche man ihm angegeben.
Der Profoß war noch eine halbe Meile weiter vorgerückt; da er jedoch einſah, daß jede fernere Verfolgung unnütz ſein würde, ſchickte er einen ſeiner Reiter nach dem Bureau der Straßenpolizei, da⸗ mit von dort aus nach allen Seiten der Provinz die nöthigen Befehle geſchickt würden, und kehrte dann mit ſeiner Mannſchaft an den Ort zurück, welchen er am Morgen verlaſſen. Der Marquis hatte Ver⸗ wandte in der Umgegend, und es war nicht unmöglich, daß er noch einmal wiederkam, um ſich bei ihnen zu verbergen. Das ganze Dorf kam dem Trupp neugierig entgegen gelaufen und ließ ſich vom Profoß eine von Flüchen unterbrochene Erzählung vortragen, auf welche Art der Gefangene entwiſcht ſei. Von allen Seiten nahm man den verſchiedenſten Antheil an dieſem Ereigniß, und es regte das ganze Dorf in ſeinen Grundtiefen auf. Der Profoß kehrte in die Herberge zurück, ſchlug mit der Fauſt auf den Tiſch, und ließ das Unglück, was er gehabt, ärgerlich an Jedem aus, der ihm nahe kam. Die Wirthstochter, welche ſo lange die ſchmerz⸗ lichſte Angſt ausgeſtanden, vermochte kaum ihre Freude zu verber⸗ gen. Der Profoß legte ſeine Papiere auf den Tiſch und faltete ſie aus einander, um in ihnen noch mehr Grund zum Schimpfen zu finden.


