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ihm ein„Ja“ zu. Der Profoß trat wieder ein, und zwei Stun⸗ den ſpäter war das Abendeſſen angerichtet. Er aß und trank wie ein Mann, dem an einer beſetzten Tafel wohler zu Muthe iſt, als auf dem Sattel; der Marquis vergaß nicht, ihm tüchtig einzu⸗ ſchenken, und da der herannahende Schlummer mit dem kräftigen Wein zugleich auf ihn wirkte, konnte er kaum mehr die Augen offen halten, und ſagte nur noch, zuweilen mächtig gähnend:
„Meiner Seel, Herr Marquis, kann's mir nicht denken, daß Sie ein ſo großer Böſewicht ſind, wie die Leute ſagen; Sie ſehen doch aus, wie ein ganz herzensguter Kerl.“
Der Marquis hielt ihn für vollſtändig betrunken und ſchäkerte vergnügt mit der Wirthstochter; doch machte ihm der Satan von Profoß einen argen Strich durch die Rechnung, und rief, als die Stunde zum Schlafengehen kam, ſeinen Sergeanten, gab ihm mit leiſer Stimme Befehle und erklärte dann, er werde die Ehre haben, den Herrn Marquis zu Bette zu geleiten, und nicht eher ſchlafen gehen, bis er ihm dieſen Dienſt erwieſen. Wirklich ließ er drei ſeiner Leute kommen, unterſuchte mit dieſen das für den Gefang⸗ nen beſtimmte Zimmer und wünſchte ihm dann mit tiefen Ver⸗ beugungen eine gute Nacht.
Unentkleidet warf ſich der Marquis auf das Bett und lauſchte auf das Ticken einer Uhr, welche ſo eben erſt neun geſchlagen hatte. Noch hörte er die Reiter in den Ställen und auf dem Hofe hin und her gehen. Eine Stunde ſpäter war Alles ſtill. Der Ge⸗ fangene erhob ſich geräuſchlos und ſuchte, mit den Händen taſtend, auf dem Kamin, auf den Meubeln und ſelbſt in ſeinem Bett nach dem Schlüſſel, den er zu finden hoffte, doch fand er ihn nicht. Aber er konnte nicht glauben, daß er ſich geirrt, als er glaubte, das junge Mädchen nehme einen zärtlichen Antheil an ihm, und konnte nicht denken, daß ſie ihn hintergangen. Das Zimmer des Marquis hatte ein Fenſter nach der Straße hin und eine Thür, welche auf einen Balkon hinausführte, deſſen Treppe in die be⸗


