welchem Zuſtande wir uns befinden. Ich wenigſtens wäre un⸗ fähig, mich eine Stunde länger im Sattel zu erhalten, und ich denke, auch Sie werden von dieſem Eilmarſch bei dieſer Hitze wohl ermüdet ſein; nicht wahr?“
„Da haben Sie allerdings Recht,“ ſagte der Marquis und ließ, wie ermüdet, ſeine Arme herunterſinken.
„Darum wollen wir uns alſo ausruhen, hier zu Abend eſſen, wenn wir etwas bekommen, und morgen früh mit friſcher Kraft weiter reiſen.“
„Nun, meinetwegen,“ antwortete der Marquis;„dann wollen wir aber wenigſtens die 5 Zeit auf eine anſtändige Weiſe zubringen. Ich habe noch zwei Louisd'or; laſſen Sie Ihren Leuten zu trinken efen denn es iſt billig, daß ich ſie bewirthe, da ich es am Ende⸗ doch bin, der ihnen ſo viele Mühe macht.“.
Er warf zwei Fünffrankenſtücke auf den Tiſch der Soldaten, die ſogleich im Chor ausriefen:
„Es lebe der Herr Marquis!“
Der Profoß ſtand auf, ſtellte Schildwachen und ging dann in die Küche, wo er das beſte Eſſen zu kochen befahl, was man ir⸗ gend auftreiben könne. Die Reiter zogen Würfel aus der Taſche und begannen beim Trinken zu ſpielen. Der Marquis trällerte, in der Stube umhergehend, einen Gaſſenhauer, ſtrich ſich den Schnurrbart und ſah ſich verſtohlen nach allen Seiten um. Da⸗ bei zog er unbemerkt einen Geldbeutel aus ſeiner Hoſentaſche, und als die Tochter vom Hauſe, die viel hin und her lief, an ihm wieder vorbeiging, ſchlang er ihr plötzlich die Arme um den Hals, als wolle er ſie küſſen, drückte ihr zehn Louisd'or in die Hand und flüſterte ihr ins Ohr:
„Den Schlüſſel zur Thür meines Zimmers und den Schild⸗ wachen zwei Kannen Wein; Du retteſt mir das Leben.“
Das junge Mädchen ging wieder bis an die Thür zurück, wandte ſich dann mit einem ausdrucksvollen Blick um und nickte


