Teil eines Werkes 
5./6. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſich nach einem verborgenen Keller, öffnete die kleine Thür deſſel⸗ ben, nachdem er ſeinem Herrn den Schlüſſel dazu aus der Taſche genommen hatte, obgleich derſelbe bald drohete, bald flehentlich und unter Thränen bat, davon abzuſtehen, und ließ ein Weib heraus oder vielmehr ein Geſpenſt, das bei dem Anblicke des hellen Sonnenlichtes, nach Einathmung der reinen und belebenden Luft ohnmächtig niederſank, während die Bauern in abergläubiſchem Schrecken ſich bekreuzigten und die Mutter Gottes und den heiligen Nicolaus anriefen. Ein Arzt, der endlich herbeigerufen wurde, brachte die Ohnmächtige bald wieder zur Beſinnung, und die Po⸗ lizei fand ſich ein, um Kiszka zum zweiten Male, zugleich aber auch jenes Weib zu verhaften, welches die ſo lange vermißte Ome⸗ lanka war. Dieſe ſagte dann Folgendes aus:

Die Armuth, in welcher ich mich befand, nöthigte mich bei Kiszka zu bleiben, deſſen Magd ich war und der mich mit ſeiner Liebe verfolgte. Unterdeß kam Moſes als Lehrer in das Haus. Er war der ſchönſte junge Mann, den ich jemals geſehen, und ich empfand für ihn bald die glühendſte Leidenſchaft. Kiszka wurde eiferſüchtig. Als Moſes eines Tages das älteſte der Kinder Kiszka's leicht geſtraft hattte, ſchmähete ihn dieſer und wollte ihn ſogar ſchlagen; der Lehrer erklärte darauf, er würde das Haus verlaſſen und nie wieder in demſelben erſcheinen. Kiszka, der eine unge⸗ meine Kraft beſitzt, ergriff ihn, hob ihn auf und trug ihn fort, um ihn in einem dunkeln kleinen Kämmerchen neben der Schlaf⸗ kammer einzuſchließen. In der Nacht ſchloß er die Schlafkammer zu, forderte mich auf, aufzuſtehen und zu ſehen, was er thun würde. Er nahm ein Meſſer, ging in das Kämmerchen, in wel⸗ chem ſich Moſes befand, und ſchloß die Thüre hinter ſich zu, da er wohl wußte, daß man durch ein Fenſterchen hineinſehen konnte. 1 Er ergriff Moſes, warf ihn zu Boden, knieete ihm auf die Bruſt und verſetzte ihm viele Stiche mit dem Meſſer.

Von Entſetzen ergriffen, ſchrie ich, aber Niemand kam zu