Teil eines Werkes 
5./6. Th. (1844)
Entstehung
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Hülfe. Als Moſes todt war, warf ihn Kiszka durch das Fenſter hinaus auf die Straße; dann kam er wieder zu mir und trug mich in den Keller. Hier warf er mich zu Boden und ließ das Meſſer neben mir liegen, mit welchem er Moſes ermordet hatte. In der Nacht brachte er mir einige Nahrungsmittel und ſo regelmäßig jede Nacht, auch ſorgte er für ein Bett im Keller. Später führte er mich in der Nacht heraus, damit ich einen Spaziergang mache; aber er war da von dem Bauer Hodowezek begleitet. Dieſer Mann ſagte eines Tages zu mir: Unglückliche, Du wirſt verurtheilt werden; Du biſt eine Chriſtin und weiſeſt die Liebe eines Juden nicht zurück. Reue erfüllte da mein Herz. Kiszka wurde dadurch gereizt und drohete mich zu ermorden. Dann ließ er mich in der Nacht nicht mehr umhergehen, brachte mir nur alle drei Tage Lebensmittel und gab mir ſtatt des Bettes eine Schütte Stroh. Hodpowezek geſtand in dem Verhöre, der Jude habe ihm ver⸗ trauet, er habe eine ſehr vornehme Dame in ſeiner Verwahrung, welche ſich vor den Nachforſchungen der Regierung verberge.Das, ſagte der Bauer,iſt es allein, was mich verhinderte, die⸗Sache der Behörde anzuzeigen. Als ich aber erfuhr, jene vornehme Dame ſei nichts als eine Magd, entdeckte ich bei der erſten Gelegenheit, die ich ergreifen konnte, Alles.

Ein ſo beſtimmtes Zeugniß reichte hin, den Juden Kiszka zu verderben. Der Präſident, welcher die Unterſuchung leitete und der Beſtechung unzugänglich war, welche der Jude verſuchte, nö⸗ thigte ihn endlich, ſeine Verbrechen zu geſtehen, und derſelbe wurde verurtheilt, hundert und einen Knutenhieb zu erhalten und dann auf Lebenszeit in die Bergwerke geſchickt zu werden.

Die Strafe wurde an ihm vollzogen.

Dr. Diezmann.

Gedruckt bei E. Polz in Leipzig.