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zudringen. Am andern Tage erneuerten ſich dieſe Volksgruppen, die bis zu fünf⸗ oder ſechstauſend Perſonen, meiſt Juden, anſchwol⸗ len und einen furchtbaren Charakter annahmen. Die Zöglinge der von den Carmelitern gehaltenen Schule gaben das Signal zum Angriffe, indem ſie die Fenſter Kiszka's einwarfen; fünfzig Andere beſetzten das Polizeigebäude und die mit Stöcken bewaffnete Menge füllte die Zugänge.
Der Baron Zabieline, ein alter und tapferer Soldat, trat allein und unbewaffnet aus dem Hauſe den erſten Gruppen entgegen und verſuchte ſte anzureden, wurde aber von einem Steinhagel empfan⸗ gen und verwundet. Er begab ſich in das Polizeigebäude zurück und befahl hier, das Militair gegen das Volk anrücken zu laſſen.
In weniger als einer halben Stunde war die ganze Volks⸗ menge zerſtreut.
Die in Folge dieſer Vorfälle angeſtellte Unterſuchung dauerte faſt drei Jahre und endigte damit, daß die Stadt, welche der Schauplatz der Unruhen geweſen war, Strafe zahlen mußte. Der Jude Kiszka wurde verſetzt. Der Mord des Moſes blieb auf dieſe Weiſe ungeſtraft, weil man die beſchuldigte Omelanka nicht aus⸗ findig zu machen vermochte.
Obgleich beruhiget, daß ihm das Volk nichts mehr anhaben könne, behielt doch Kiszka ſeine Leibwache, die ſechs kräftigen Bauern aus der Ukraine, bei. Unter dieſen rohen Menſchen be⸗ fand ſich ein gewiſſer Matwey Hodowezek, welcher ſich das Ver⸗ trauen ſeines Herrn in hohem Grade zu erwerben gewußt hatte. Matwey hatte keinen andern Fehler, als die Trunkſucht, der er aber auch im höchſten Grade huldigte.
Am 10. November des Jahres 1840 nun war Matwey auch betrunken und wurde von ſeinem Herrn deshalb geſcholten, ſogar bedroht; der rohe Menſch gerieth darüber in den heftigſten Zorn, ſchlug Kiszka in das Geſicht, mißhandelte ihn auf alle Weiſe und knebelte ihn endlich mit Hülfe ſeiner Cameraden. Dann begab er


