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geweſen, ſeitdem hatte er als Belohnung das Amt eines Contre⸗ bandangebers erhalten. Seit mehreren Jahren verwittwet und Vater von vier Kindern, zwei Söhnen und zwei Töchtern, hatte er den Entſchluß gefaßt, ſich nicht wieder zu verheirathen, und man ver⸗ muthete mit Grund, daß er, obgleich ein Jude, in einem Liebes⸗ verhältniſſe mit einer ſeiner Dienerinnen, Omelanka, ſtehe, einem jungen ſchönen Mädchen von neunzehn Jahren, das ſich zur grie⸗ chiſch⸗ruſſiſchen Kirche bekannte.
Sobald der Mord des Moſes Abrahamvwitſch bekannt wurde, erhob ſich ein Anklageruf in Schitomir gegen Kiszka, und der Poli⸗ zeidirector wurde gewiſſermaßen genöthiget, ſich in das Haus des⸗ ſelben zu begeben. Bei ſeiner Ankunft lag der Jude im Bette. Die Züge ſeines Geſichts drückten bei dem Anblick der Polizei, ob er ſich gleich ſtellte, als erwache er erſt, Entſetzen aus. Er wurde aufgefordert, aufzuſtehen, und man fand zur allgemeinen Verwun⸗ derung, daß er voͤllig angekleidet war, ſelbſt die Stiefeln anhatte, daß er ſich alſo bei der Ankunft der Polizei erſt in das Bett ver⸗ ſteckt haben mußte. An ſeinem Hemde und an einigen andern Theilen ſeiner Kleidung fand man Blutſpuren, die erſt kürzlich in dieſelben gekommen zu ſein ſchienen.
In dieſem Augenblicke und noch ehe der Polizeidirector eine einzige Frage an den Kiszka hatte thun können, erhob ſich ein ge⸗ waltiges Geſchrei, dem derbe Schläge und das dumpfe Geräuſch von Widerſtand folgten. Das wüthende Volk ſchlug die Thüren ein, drang in das Haus und in das Zimmer des Juden, ergriff denſelben und überhäufte ihn mit Drohungen und Verwünſchungen.
Kiszka hatte ſich allerdings ſeit langer Zeit ſchon bei den Leu⸗ ten verhaßt gemacht, theils wegen der Beſchaffenheit ſeines Amtes, theils wegen der Strenge, mit welcher er daſſelbe ausübte. Schito⸗ mir und Berdyczew, die beiden reichſten und wichtigſten Städte Volhyniens, von denen die letztere unter 48,000 Einwohnern 10,000 Juden zählt, keine andere Induſtrie und keinen anderen


