zum Diebſtahl. Man erzählt einen Zug, der ſeine Frechheit und unverbeſſerliche Schlechtigkeit beweiſt. Eines Tages ertappen ihn ſeine Vettern, als er Geld ſtahl, und züchtigten ihn derb ab. Nachdem ſie ihn genug geprügelt und losgelaſſen hatten, entwiſchte er ihren Händen ſpottend und rief, anſtatt Reue zu zeigen und um Verzeihung zu bitten, ganz gefühllos gegen die empfangenen Schläge ſeinen außer Athem gekommenen Züchtigern zu:
„Aha, ſeht Ihr, Ihr ſeid müde und ich bin's nicht.“
Die Verwandten verzweifelten daran, ſeinen ſchlechten Charakter zu überwinden, und ſchickten ihn, um ihn loszuwerden, nach Chartres, wo zwei Couſinen aus Mitleiden einwilligten, ihn bei ſich aufzunehmen. Sie waren einfache, fromme Mädchen und hoff⸗ ten, ihr gutes Beiſpiel und die Vorſchriften der Religion würden auf ihren jungen Verwandten einen glücklichen Einfluß ausüben; allein der Erfolg war ihren Erwartungen gerave entgegengeſetzt. Derues lernte bei ihnen nur zu trügen, zu heucheln und ſich mit dem Scheine eines guten Menſchen auszuputzen. Dies war die einzige Frucht, welche er aus ihrer Erziehung mitnahm.
Auch hier wurde er häufig für wiederholten Diebſtahl gezüch⸗ tigt; da er die übertriebene Sparſamkeit ſeiner Couſinen kannte, verſpottete er ſie oft, wenn ſie ein Röhrchen auf ſeinem Rücken zerſchlugen, und ſagte:„Das freut mich, das koſtet Euch wieder zwei Pfennige.“
Die Geduld ſeiner Wohlthäterinnen wurde endlich müde; er mußte ihr Haus verlaſſen und zu einem Klempner in Chartres in die Lehre gehen. Der Meiſter ſtarb und eine Eiſenhändlerin der⸗ ſelben Stadt nahm ihn als Ladenburſchen in Dienſt, und dann end⸗ lich ging er zu einem auch mit Arzneien handelnden Gewürzkrämer⸗
So lange hatte er, obgleich bereits funfzehn Jahre alt, noch keine Vorliebe für irgend einen Stand gezeigt; aber er mußte ſich jetzt doch zu einem beſtimmten Geſchäft entſchließen, da ſein Erbtheil nur die mäßige Summe von 3500 Livres betrug. Der


