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heit zu verſtecken und vergeſſen zu machen und die drohende Strafe noch einmal zu beſchwören. Als er endlich in die Hände der Ge⸗ rechtigkeit fällt, ſchützt ihn eine Zeit lang ſein Ruf und wendet das gezückte Schwert noch auf einige Tage von ihm ab. Die Heuchelei iſt ihm ſo ſehr zur andern Natur geworden, daß er ſelbſt dann, als er bereits unwiderruflich verurtheilt iſt und keine Hoffnung mehr hat, und obgleich er weiß, daß ſich Niemand mehr von ihm täuſchen läßt, noch ausruft:„O, mein Heiland, jetzt werde ich leiden, wie Du!“ Erſt bei den Flammen ſeines Scheiter⸗ haufens erhellt ſich die Finſterniß ſeines Lebens, entrollt ſich dies Gewebe von Blutthaten, und richten ſich ſeine andern Opfer, die im Schatten verſchwunden und vergeſſen waren, wie Geſpenſter auf, gleichfam zu einem Leichenzuge des Giftmiſchers.
Wir wollen nur in kurzen Zügen ſeine Kindheit beſchreiben, welche durch ſeinen ſo viel Aufſehen erregenden Tod verdunkelt und in den Hintergrund geſtellt iſt. Dieſe Zeilen ſind aber nicht ge⸗ ſchrieben, um ein Verbrechen berühmt zu machen. Man macht heutzutage die menſchliche Verderbniß zu einem Gegenſtande der Neugierde. Dies iſt nicht unſere Abſicht; man darf die altgewor⸗ dene und vielfach abgeſtumpfte Geſellſchaft nicht wie Kinder behan⸗ deln; für ſie paſſen weder Schonung noch Vorſicht, und es iſt ſehr zweckmäßig, daß man Auge und Finger auf die Eiterbeulen hinlenkt, welche am Leibe der Menſchheit zehren. Warum ſollte man nicht ſagen, was man weiß? Warum ſollte man ſich fürch⸗ ten, den Abgrund zu ergründen, in den Jedermann hinunterblickt, um die entlarvte Verderbtheit ans Tageslicht zu ziehen? Die aus⸗
geprägteſten Geſtalten des Guten und des Böſen ſind, vom allge⸗
meinen Standpunkte aus betrachtet, gleich ſehr nothwendig.
Man glaube übrigens ja nicht, daß es unſere Abſicht iſt, Grauen einzuflößen; denn ſonſt hätten wir aus den Jahrbüchern des Ver⸗ brechens eine großartigere und noch mehr berüchtigte Geſtalt her⸗ vorgehoben. Es giebt Verbrechen, welche Muth, welche eine gewiſſe


