Teil eines Werkes 
5./6. Th. (1844)
Entstehung
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genommen, wie er ſie auftiſcht, aber dieſen Morgen habe ich die Wahrheit erfahren. Ich ſage Euch, er hat ſeinen Schnaps durch Michel Lambourne, einen Altflicker in der Straße Parchemenerie, fortſchaffen laſſen; er hat mir's ja ſelbſt geſagt.

Ich habe dies Weib vor einem Monat aus meinem Laden ge⸗ jagt, weil ſie mich beſtahl, ſagte Derues.

Ungeachtet dieſer gegen die Klägerin gerichteten Beſchuldigung waͤre die Stimmung der Menge durch ihre Erklärung doch vielleicht verändert und das Mitleid abgekühlt worden, wenn nicht ein großer Mann aus der Reihe getreten, die Zettelträgerin am Arm gefaßt und geſagt hätte:

Halt's Maul, Du Läſterzunge.

Dieſer Mann war von Derues Rechtlichkeit zu ſehr überzeugt; ſte war für ihn zu einem Glaubensartikel geworden und an ihr zu zweifeln, hieß ihn beleidigen.

Lieber Freund, ſagte er zu Derues,wir wiſſen, was wir von Euch zu halten haben, denn ich kenne Euch. Schickt morgen zu mir, ich will Euch ſo viel Waaren, als Ihr braucht, und auf ſo lange Zeit, als Ihr wollt, auf Credit geben. Nun, Du alte Schachtel, was ſagſt Du dazu?

Was ich dazu ſage? daß Du eben ſo einfältig biſt, als die Andern. Gott befohlen, Gevatter Derues! Fahre nur ſo fort, mein Junge, ſo werde ich eines Tages auch Deine Verurtheilung zum Verkauf herumtragen.

Sie machte ſich Platz, ſchwenkte ihre Arme wie Windmühlen⸗ flügel und ging davon, alle Augenblicke ausrufend:Hier der Urtheilsſpruch des Parlements gegen Johann Robert Vaſſel, der des betrügeriſchen Bankerotts angeklagt und überführt iſt.

Dieſe Anklage war von einer zu niedrigen Perſon ausgegangen, um den guten Ruf Derues zu erſchüttern. So grimmig er auch augenblicklich auf ſie war, ſo vergaß er ſie doch bald, da ſeine Nachbarn und das ganze Stadtviertel ihm wiederholt die innigſte