Teil eines Werkes 
5./6. Th. (1844)
Entstehung
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Aber ſind Sie auch gewiß? fragte eine der Damen,daß das ſeine Richtigkeit hat, was Sie uns erzählten?

Ich will die 79 Louisdor, die man mir geſtohlen hat, nicht einmal erwähnen, obgleich ich nur Ihnen und in ſeiner Gegen⸗ wart geſagt habe, daß ich dieſe Summe beſaß, und obgleich er an dieſem Tage während meiner Abweſenheit in meine Wohnung gekommen iſt. Der Diebſtahl iſt eine niederträchtige Handlung, aber die Verleumdung iſt eben ſo niederträchtig. Ja, Madame Legrand, überall hat er das Gerücht ausgeſprengt, daß Sie, ſeine ehemalige Gebieterin und Wohlthäterin, ihn in fleiſchliche Ver⸗ ſuchung geführt hätten. In dieſer ganzen Stadtgegend ſpricht man davon, und bald iſt es vielleicht allgemein bekannt. Wir haben uns ſo vollſtändig von ihm täuſchen laſſen, wir haben ihn ſo kräftig unterſtützt, ihm den Ruf eines Ehrenmannes zu erwerben, daß wir unſer eigenes Werk jetzt nicht mehr rückgängig machen können. Wahrſcheinlich würde man weder Ihnen, noch mir glau⸗ ben, wenn wir ihn des Diebſtahls und der Verleumdung beſchul⸗ digten. Sein Sie auf Ihrer Hut, er hat dieſe Geruüchte ſicher nicht ohne Grund ausgeſtreut; jetzt, da ihm die Augen aufge⸗ gangen ſind, ſein Sie mißtrauiſch gegen ihn.

Ja, erwiderte Frau Legrand,ſchon vor drei Jahren hat mein Schwager mir dies geſagt; ich beſinne mich noch genau auf die Worte, welche er einſt gegen meine Schweſter äußerte:Das Geſchäft eines Apothekers gefällt mir ſchon deswegen recht gut, weil es einem Mittel an die Hand giebt, ſich an Feinden zu rächen und Jeden durch ein Tränkchen auf die Seite zu ſchaffen, den man nicht leiden kann. Ich habe auf keinen Rath gehört und ſelbſt den Widerwillen überwunden, den er mir beim erſten Anblick ein⸗ flößte; ich ließ mich von ihm einnehmen und fürchte jetzt ſehr, ich habe Urſache, es zu bereuen. Aber Sie kennen ihn ja eben ſo gut als ich. Wer hätte nicht an ſeine aufrichtige Frömmig⸗ keit glauben ſollen? wer möchte nicht noch jetzt an ſie glauben?