mich früh niedergelegt, da ich ſehr leidend bin, konnte aber nicht ſchlafen. Ich habe kein Feuer bei mir, möchten Sie wohl ſo gut ſein, mir etwas Warmbier zu machen?“
„Hätte das nicht Ihre Magd thun können?“ fragte Frau Legrand.
„Ich habe ihr heute Abend erlaubt, auszugehen, und ſie iſt noch nicht zurückgekehrt, obgleich es ſchon ſpät iſt. Wenn ich Feuer hätte, würde ich Ihnen gar nicht beſchwerlich gefallen ſein, aber ſo ſpät mag ich nicht gern welches anmachen, denn ich fürchte, es könnte mir etwas begegnen, und ein Unglück kommt ſo ſchnell.“
„Schon gut,“ antwortete Frau Legrand,„gehen Sie nur ruhig in ihr Zimmer, mein Mädchen ſoll Ihnen bringen, was Sie wünſchen.“
Derues dankte, verbeugte ſich und wollte gehen; Frau Legrand aber hielt ihn noch einen Augenblick auf.
„In acht Tagen, Derues,“ ſagte ſie,„müſſen Sie mir die Hälfte der 1200 Livres bezahlen, die Sie mir ſchulden für die von mir übernommene Handlung.“
„So bald ſchon?“
„Ja freilich, ich brauche nöthig Geld. Haben Sie denn den Termin vergeſſen?“
„Ach Gott, ſeitdem wir unſern Contract geſchloſſem, habe ich ihn noch nicht einmal geleſen; ich glaubte, der Termin ſei noch nicht ſo nahe, es iſt ein Irrthum meines ſchlechten Gedächtniſſes. Aber ich will ſchon ſehen, daß ich Ihnen gerecht werde, obgleich es mit dem Handel ſehr ſchlecht geht und ich binnen drei Tagen an mehrere Perſonen mehr als 1500 Livres zu zahlen habe.“
Er grüßte wieder und ging, wie es ſchien ganz erſchöpft von den Anſtrengungen einer ſo langen Unterhaltung.
Als die Vier wieder allein waren, rief der Abbé:
„Dieſer Menſch iſt gewiß ein Schuft, möge Gott ihm ſeine Heuchelei vergeben! Aber wie konnten wir uns ſo lange von ihm täuſchen laſſen?“


