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hinderte ihn Anfangs zu antworten; als derſelbe etwas voruͤber war, ſagte er mit traurigem Lächeln zum Abbé:
„Bei meinem Zuſtande ſollte ich eigentlich Sie, mein Vater, um Ihren Segen und Ihre Vermittelung bei Gott bitten, auf daß er mir meine Sünden vergebe: aber Jeder hängt am Leben, und ſo leicht läßt man die Hoffnung nicht fahren; übrigens habe ich's für unrecht gehalten, die Mittel zu vernachläſſigen, welche das Daſein verlängern können; denn unſere Erdenwallfahrt iſt ja doch nur eine Zeit der Prüfung, und je härter die Prüfung iſt, und je länger ſie währt, deſto größer wird auch der Lohn in einer beſſern Welt ſein. Wir müſſen ſtets bei dem, was uns be⸗ gegnet, denken, wie die Jungfrau Maria dem Engel antwortete, als er ihr das Geheimniß der Fleiſchwerdung Gottes offenbarte: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geſchehe, wie Du ge⸗ ſagt haſt.“
„Ihr habt Recht,“ ſagte der Abbé und heftete einen ſtrengen, forſchenden Blick auf ihn, den er ruhig aushielt;„Gott beſtraft und belohnt; denn wer die Menſchen auch täuſchen kann, vermag doch ihn nicht zu täuſchen; denn wie der Prophet ſagt: Herr, Du biſt gerecht und Dein Wort iſt wahr.“
Sogleich erwiderte Derues:„Er ſagt auch: Die Furcht des Herrn iſt rein und bleibet ewiglich. Die Rechte des Herrn ſind wahrhaftig alleſammt gerecht.“
Dieſer Kampf mit Bibelſtellen hätte vielleicht Stunden lang dauern können, ohne daß Derues ſeine Munition verſchoſſen, wenn der Abbé damit fortgefahren wäre.
Dieſe Art von Unterhaltung, dieſe ernſten und ſtrengen Worte eines ſo lächerlich ausſtaffirten Menſchen klangen wie eine Gottes⸗ läſterung, wie eine verletzende und zugleich komiſche Entweihung des Heiligen. Er errieth dieſen Eindruck und fuhr fort:
„Da bin ich, meine beſte Madame Legrand, ſchrecklich weit abgekommen von dem, um was ich Sie bitten wollte. Ich habe


