Teil eines Werkes 
5./6. Th. (1844)
Entstehung
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hatte, dieſes bleiche hinfällige Weſen war beſtimmt, ein unver⸗ beſſerlicher Dieb, ein vollendeter Heuchler, ein kaltblütiger Mörder zu werden, kurz, die Unſterblichkeit des Verbrechens zu erlangen, und in die Reihe der ſcheußlichſten Ungeheuer zu treten, über welche die Menſchheit zu erröthen hat. Er hieß Anton Franz Derues.

Zwanzig Jahre waren ſeit dem erzählten, traurigen und ge⸗ heimnißvollen Ereigniß, das damals Niemand zu ergründen ge⸗ wußt, verfloſſen, als an einem Juniabend vier Perſonen in einem beſcheiden meublirten Zimmer des dritten Stocks eines Hauſes in der Straße Saint Victor zuſammen ſaßen. Die Ge⸗ ſellſchaft beſtand aus drei Frauen und einem Geiſtlichen, welcher ſich zu der Bewohnerin dieſes Hauſes in Koſt gegeben hatte; die beiden Andern waren Nachbarinnen. Sie kamen häufig zuſam⸗ men, um Karten zu ſpielen, und ſaßen auch jetzt um einen Spiel⸗ tiſch. Allein obgleich es bald zehn Uhr war, hatten ſie die Karten noch nicht berührt. Man ſprach leiſe, und irgend eine geheim⸗ nißvolle Angelegenheit ſchien heute die gewohnte Heiterkeit verbannt zu haben.

Jemand klopfte an die Thüre, ohne daß man vorher auf den knarrenden Stufen der baufälligen Treppe etwas gehört hätte. Eine weiche Stimme bat um Einlaß.

Die Bewohnerin des Zimmers, Frau Legrand, ſtand auf und ließ einen Mann von etwa 26 Jahren eintreten. Bei ſeinem An⸗ blick wechſelten die vier Bekannten einen Blick des Einverſtänd⸗ niſſes, welcher dem eben Eingetretenen nicht entging, obſchon er that, als hätte er ihn nicht bemerkt. Er verneigte ſich erſt vor den drei Frauen und dann mit der Miene der größeſten Hochach⸗ tung vor dem Abbé, der zu wiederholten Malen grüßte. Durch Zeichen bat er um Verzeihung, daß er ſtöre, trat dann an Frau Legrand heran, huſtete mehrere Male und ſagte mit ſchwacher, gleichſam ſchmerzlicher Stimme: