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liche Willenskraft und ein außerordentliches Talent zur Heuchelei. Ein dunkles Gefühl ſchaarte die Schüler um Peter, den ſie zu ihrem Anführer erkoren; ebenſo entfernte ſie ein dunkles Gefühl von Anton, der einen unangenehmen Eindruck auf ſie machte, wie etwa der Anblick einer Kröte oder eines andern ekelhaften Thieres. Sie hüteten ſich, mit ihm in Berührung zu kommen, und wenn es geſchah, ſo thaten ſie es nur, um ihm ihre körperliche Ueber⸗ legenheit fühlen zu laſſen. Niemals miſchte er ſich freiwillig in ihre Spiele, und nur ſelten bewegte ein Lächeln ſeine dünnen, farbloſen Lippen. Aber dies Lächeln hatte trotz ſeines zarten Al⸗ ters ſchon etwas Unheimliches.
„Nun, willſt Du?“ fragte Peter noch einmal.
Anton blickte ſchnell um ſich her, es gab kein Mittel, zu ent⸗ wiſchen; eine doppelte Reihe von Schülern umgab ihn. Den Vorſchlag annehmen oder zurückweiſen, war gleich ſchlimm für ihn. Denn wie er ſich auch entſchied, für Krieg oder Frieden, immer lief er Gefahr, gehörig abgeprügelt zu werden. Obgleich ihm das Herz heftig ſchlug, bemerkte man doch auf ſeinem bleichen Geſicht keine Spur von Aufregung. Bei einer unverhofften Ge⸗ fahr hätte er vielleicht aufgeſchrieen, aber er hatte Zeit gehabt, ſich zu ſammeln und ſich hinter ſeiner Heuchelei zu verſchanzen. Sobald er nur lügen und betrügen konnte, wurde er wieder muthig, und wenn einmal der Inſtinkt der Schlauheit in ihm erwachte, ſo beherrſchte er jedes andere Gefühl. Statt auf dieſe zweite Ausforderung zu antworten, kniete er vor Peter hin und ſagte: „Ou biſt der Stärkere!“
Dieſe Unterwürfigkeit entwaffnete den Zorn ſeines Gegners.
„ Steh' auf,“ ſagte er,„wenn Du Dich nicht vertheidigen
willſt, ſo werde ich Dich nicht anrühren.“
„Peter,“ fuhr Anton fort, ohne ſeine Stellung zu verlaſſen, „ich verſichere Dir bei Gott und der heiligen Jungfrau Maria, daß ich nicht petzen gehen wollte. Ich wollte nur zu meinen Cou⸗


