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Man beſchloß, das Vertrauen der ehrwürdigen Jeſuitenväter zu mißbrauchen, und wenn es auch am folgenden Tage bei etwaiger Entdeckung des verbotenen Streifzugs eine bittere Züchtigung ſetzen ſollte.
Ein Haufen freigelaſſener Sperlinge hätte nicht mit größerer Ausgelaſſenheit in das kleine Gehölz hineinflattern können. Sie waren Alle ſo ziemlich gleich alt; der Aelteſte zählte neun Jahre. Rock und Weſte wurden abgezogen, Büchertaſchen, Schreibehefte, Vocabelbücher und Katechismen auf den Raſen gelegt. Während dieſer kleine Haufe von Blondköpfen und rothbackigen Geſichtern lärmend berieth, was man ſpielen ſolle, ſchlich einer der kleinen Jungen, der an der allgemeinen Luſtigkeit keinen Theil genommen, und der ſich nur wider Willen hatte mitreißen laſſen, hinter das Gebüſch, benutzte einen Augenblick, in dem er ſich nicht bemerkt glaubte, und lief ſo ſchnell davon, als er konnte.
Einer ſeiner Cameraden ſah ihn und rief:„Seht! ſeht! dort läuft Anton weg!“ 3
Zwei der ſchnellfüßigſten Jungen ſchickten ſich ſogleich an, den Fliehenden zu verfolgen, und obgleich er einen Vorſprung hatte, holten ſie ihn bald ein, nahmen ihn beim Kragen und ſchleppten ihn wieder zurück.
„Wo wollteſt Du hin?“ fragte man ihn.
„Ich wollte nach Hauſe zu meinen Couſinen,“ antwortete der Junge,„das iſt doch wohl nichts Schlimmes.“
„Du biſt ein Klageſack, ein ſchändlicher Petzer,“ ſagte einer der Schüler zu ihm und hielt ihm die Fauſt vors Geſicht,„Du wollteſt uns angeben gehen.“
„Du weißt, Peter,“ antwortete Anton,„daß ich niemals lüge.“
„Du? noch dieſen Morgen haſt Du geſagt, ich hätte Dir das Buch fortgenommen, das Du verloren haſt. Du wollteſt Dich rächen und mir Prügel verſchaffen, weil ich Dir geſtern eins gewinkt, und Du viel zu haſenfüßig biſt, mir eins wieder zu winken.“


