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Befehlen zu gehorchen, und er müſſe ſich ſelbſt ins Schloß begeben. Dieſe Antwort rief viele Einwendungen hervor, und die Schlauheit Ali's rang vergeblich gegen einen ſchon gefaßten Beſchluß. Man erneuerte ihm alle mögliche Betheuerungen und ſchwur ihm beim Koran zu, daß man nichts Uebles gegen ihn beabſichtige. Als er endlich einſah, daß alle ſeine Geſchicklichkeit nicht mehr ausreiche, ſein Schickſal abzuwenden, gab er den Bitten ſeiner Umgebung nach, willigte ein und überreichte dem Abgeſandten Kurſchid's einen Talisman, den er aus ſeinem Buſen zog.„Den dürft Ihr nur Selim zeigen,“ ſagte er,„und der Drache wird zu einem Lamm.“ Und wirklich warf ſich Selim beim Anblick des Talismans nieder, löſchte die Lunte aus und wurde auf der Stelle erdolcht. Die Garniſon räumte den Platz, die Fahnen des Sultans weheten von den Zinnen, und bald wurde auch das Seeſchloß von den Truppen des Seraskiers beſetzt.
Es war Mittag. Ali, der ſich auf der Inſel befand, hatte ſeine Täuſchung erkannt; er trank zu wiederholten Malen Kaffee und Waſſer mit Eis, ſah oft nach der Uhr und nahm dann wieder ſein Fernrohr, um noch einmal die Schlöſſer von Janina, den Pindus und die ruhigen Fluthen des See's zu betrachten. Zu⸗ weilen blickte er auf ſeine Waffen und dann funkelten ſeine Augen von dem Feuer eines jugendlichen Muthes. Seine Leibwache ſtand um ihn her und lud die Gewehre, das Auge auf den Landungs⸗
platz der Inſel gerichtet. Seiner Gewohnheit gemäß ſaß der Vezier
an der Eingangsthür ſeines Kiosks, um zuerſt den Feind zu er⸗ blicken. Um fünf Uhr näherten ſich einige Kähne der Inſel und bald darauf erſchienen mit finſterer Miene Haſſan⸗Paſcha, Omer⸗ Briones, Mehemed, der Wafefenträger Kurſchid's und mehrere Oberofficiere mit zahlreichem Gefolge. Bei ihrem Anblick ſpringt Ali auf, legt die Hände an die Piſtolen in ſeinem Gürtel und ruſt Haſſan mit donnernder Stimme zu:„Halt, was bringſt Du mir?“ „Den Befehl Sr. Hoheit. Kennſt Du die erhabene Schrift?“


