93
Unterdeß hatte ſich Ali Tebelen nach der Seite hin begeben, wo er die Sulioten erwartete, und ſich mitten unter Ruinen aufgeſtellt, um den Anbruch des Tages zu erwarten. Als er auf die Nachricht von der Erſtürmung der Batterie vorrückt, bemerkt er in einiger Entfernung ein Lager, welches er für das der Sulioten hält. Er läßt den Anführer der Mirditen mit 25 Mann vorrücken; dieſer ſchwenkt, als er nahe genug iſt, um gehört zu werden, eine weiße Fahne und ruft: man möge herauskommen und die Parole geben. Ein Officier vom Heere des Sultans tritt hervor und ruft„Fluri.“ Sogleich ſchickt der Anführer der Mirditen an Ali und läßt ihm ſagen, er könne näher kommen; er ſelbſt begiebt ſich mit ſeinen Leuten in das Lager und alle werden niedergehauen. Ali rückt vor, aber vor⸗ ſichtig, da es ihn beunruhigt, jene Abtheilung nicht wiederkommen zu ſehen. Plötzlich hört er rings um ſich her Schlachtgeſang und ein heftiges Gewehrfeuer aus den Weingärten und Gebüſchen; er merkt, daß man ihn in einen Hinterhalt gelockt. Omer⸗Paſcha greift ſeine Vorhut an, welche ſich verrathen glaubt und ſogleich ausreißt. Zu gleicher Zeit ſtürzen die Feinde von den Gebirgen herunter, und bald ſieht er ſich von allen Seiten umzingelt. Er glaubt, ſeine Stunde ſei gekommen, und beſchließt, ſein Leben theuer zu verkaufen. Er läßt Feuer an ſeine Pulverwagen legen; ſie ſpringen in die Luft und richten eine unbeſchreibliche Verwir⸗ rung an, während deren es Ali gelingt, ſich unter die Kanonen ſeines Schloſſes Litharitza zurückzuziehen.
Unterdeß hatten die Seinigen die zweite Batterie erobert und griffen das verſchanzte Lager an, in welchem der Seraskier Ismael ihm ſo geſchickt zu widerſtehen wußte, daß ſie die Bewegung hin⸗ ter ihrem Rücken nicht merkten. Ali erräth ſeine Abſicht und ver⸗ ſucht, Omer⸗Paſcha am Vordringen zu hindern. Er muthigt die Flüchtigen auf, die ihn ſchon von Weitem an ſeinem ſcharlach⸗ rothen Dolman, an dem ſchönen Schimmel, den er reitet, und an dem furchtbaren Geſchrei, das er ausſtößt, erkennen. Auf dem


