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zug hielt. Ali vernahm von ſeinen Zinnen das Jubelgeſchrei der Türken, welche ihn als neuen Paſcha begrüßten, ihn, der früher ſein Diener geweſen war. Ingrimm und Verzweiflung zehrten an ſeinem Leben, und ſeine Augen, auf die kein Schlaf herniederſank, floſſen beſtändig von Thränen über. Er wollte keine Nahrung mehr zu ſich nehmen, und ſieben Tage lang ſaß er mit ungekämmtem Bart und in Trauerkleidern auf einer Strohmatte an der Thür ſeines Vorzimmers, ſtreckte bittend ſeinen Soldaten die Hände entgegen und beſchwor ſie, ihn lieber zu tödten, als zu verlaſſen. Dieſe ſtellten ihm vor, daß ihre Sache auf das Innigſte an die ſeine gekettet ſei, da Pacho⸗Bey erklärt, daß alle Anhänger Ali's als Hochverräther mit dem Tode beſtraft werden ſollten. Man machte ihn ferner darauf aufmerkſam, daß die Jahreszeit ſchon vorgerückt ſei, der Feind ſeine Belagerungsartillerie in Konſtan⸗ tinopel vergeſſen und ſie vor Ende Oectober nicht herbeiſchaffen könne. Dann beginne ja die Regenzeit, und ſchwerlich würde die Armee den Winter über in einer ganz zerſtörten Stadt, wo ihr bald die Lebensmittel ausgehen müßten, aushalten können, viel⸗ mehr bald gezwungen ſein, ſich in entfernten Gegenden einzu⸗ quartieren. Dieſe Vorſtellungen, beſonders aber die ſchmeichelnde Beredtſamkeit Vaſiliki's, der ſchönen gefangenen Chriſtin, welche ſeine Gattin geworden, ermuthigten ihn bald wieder.
In derſelben Zeit bewies ſeine Schweſter Chainitza einen ſtau⸗ nenswerthen Muth. Trotz aller Warnungen war ſie darauf beſtan⸗ den, in ihrem Schloß Libockhovo zu bleiben. Die ganze Bevöl⸗ kerung der Umgegend, welche ſie unaufhörlich mißhandelte, verlangte ihren Tod, aber Niemand wagte es, ſie anzugreifen, denn in ihrem Aberglauben wähnten ſie, ſie werde beſchützt von dem Geiſt ihrer Mutter, mit welchem ſie geheime Zuſammenkünfte habe. Die drohende Geſtalt Kamko's, ſagte man, ſei mehreren Bewohnern Tebelens erſchienen; man wollte ſie haben wühlen ſehen unter den Gebeinen der 600 Kartikier und gehört haben, daß ſie neue Opfer


