Teil eines Werkes 
6. Bdchn (1842)
Entstehung
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vielleicht ein Geburtstag oder eine Weihnacht; ſey es aber, was es immer will, wir halten einen ſel⸗ tenen Feiertag und ſind voller Wonne.

In der Kaminecke mir gegenüber ſitzt Eine, die neben mir alt geworden iſt. Sie hat ſich natürlich verändert, ſehr verändert, und doch erkenne ich das Mädchen noch ſelbſt in dieſem grauen Haar und der gefurchten Stirne. Und von ihr ſchaue ich auf das Kind, das ſich halb in ihrem weiten Schoße ver⸗ ſteckt, halb hervorguckt dann auf die kleine zwölf⸗ jährige Matrone, die ſo frauenhaft und ernſt in nicht großer Entfernung von mir ſitzt dann wie⸗ der auf ein ſchönes Mädchen in der vollen Blüte der Jungfräulichkeit, welche den Mittelpunkt der Gruppe bildet und mehr als einmal nach der auf⸗ gehenden Thüre blickt. Die Kinder flüſtern und kichern neben ihr und wollen durchaus einen Stuhl leer laſſen, obgleich ſie's ihnen nicht befiehlt, ich ſehe ihr Bild dreimal wiederholt und fühle, wie lange es anſteht, ehe eine Geſtalt und Phy⸗ ſiognomie aus dem Bereich des Lebens verſchwindet, wenn es überhaupt je der Fall iſt. Während ich bei ſolchen Betrachtungen verweile und die allmäligen Wechſel von der Kindheit zum jugendlichen, reiferen und hohen Alter verfolge; wenn ich dabei mit dem Stolze eines alten Mannes denke, daß ſie noch immer lieblich iſt, ſo fühle ich eine zarte Hand auf meinen Arm gelegt, und im Niederſchauen bemerke ich einen verkrüppelten Knaben, der zu meinen

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