Teil eines Werkes 
6. Bdchn (1842)
Entstehung
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wenn ich will, kann auch ich wieder ſeyn, wie ehedem.

Erhebe ich meine Augen zu dem Antlitz meiner alten Uhr, ſo erinnere ich mich unwillkürlich der Verehrung und des kindiſchen Grauens, womit ich ihr zuzuſehen pflegte, als ſie noch unbeachtet in einem dunklen Winkel der Treppe pickte. Ich ent⸗ ſinne mich, daß mein Geſicht ernſter wurde, wenn ich ihr ſtaubiges Zifferblatt betrachtete; denn mit ihrem ſeltſamen Leben in ſich, mit ihrer Freiheit von allen gewöhnlichen Begierden und mit ihren alltäglichen und allnächtlichen Warnerufen durch das ganze Haus, kam ſie mir vor wie eine Zaubrerin. Wie oft habe ich auf ſie gehorcht, als ſie ihre Per⸗ len an dem Roſenkranze der Zeit abzählte, und mich über ihre Beharrlichkeit gewundert! Wie oft ſah ich zu, wie ſie langſam rund herum mit ihrem Zeiger deutete, und wie oft bewunderte ich unwill⸗ kürlich, trotz dem, daß ich mich ängſtlich nach der nächſten Stunde ſehnte, ihre Willenskraft, ihre ſtolze Erhabenheit über die Kämpfe, die Ungeduld und das Sehnen der Menſchen. 3

Ich hielt ſie einmal für grauſam. Ich erinnere mich, daß ſie mir ſehr hartherzig vorkam. Sie war ſchon damals eine alte Dienerin, und ich meinte, ſie ſollte auch Theil an unſerem Kummer nehmen und Mitgefühl für unſere Leiden an den Tag legen; ſie erſchien mir als ein langweiliges, herzloſes, feites Geſchöpf. Ach! wie bald lernte ich, daß in ihrem