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So iſt ſelbſt das Alter und die Gebrechlichkeit nicht frei von Tröſtlichem. Wäre ich jünger, thätiger und mit ſtärkeren Banden an das Leben geknüpft, ſo würden mich meine geträumten Freunde ſcheuen, oder ich müßte wünſchen, ihrer los zu werden. So aber kann ich mich ihrer Geſellſchaft erfreuen, ein Ent⸗ zücken darin finden und ganze Stunden damit ver⸗ bringen, daß ich mir ihre Schatten ausmale, die vielleicht jede Nacht durch dieſes Gemach gleiten, und mit Luſt mich in das Intereſſe hinein verſetzen, das ſie für das gebrechliche, ſterbliche Weſen fühlen, welches hier der einzige Bewohner iſt.
Alle meine verlorenen und dahingeſchiedenen Freunde finde ich wieder unter dieſen Gäſten. Ich gebe mich mit Liebe dem Gedanken hin, daß ihre Geiſter mich umſchweben, daß ſie noch einige irdiſche Zuneigung für ihren alten Kameraden fühlen, und daß ſte zuſehen, wie er dem Grabe entgegen reift.„Es geht ſchnell mit ihm dem Ende zu, er rückt uns näher und näher und wird bald wiſſen, wie es mit unſerem Seyn beſchaffen iſt.“ Was ſollte auch hierin Beunruhigendes für mich liegen? Es iſt Hoff⸗ nung und Ermuthigung.
Solche Gedanken machten mir nie halb ſo viel zu ſchaffen, als eben in dieſer Nacht. Lange ver⸗ geſſene Geſichter ſind mir mit einemmale wieder deutlich geworden; Züge, die ich Jahre lang vergeb⸗ lich zurückzurufen verſuchte, ſind in einem Nu vor mich hingetreten; nichts iſt verändert, als ich; und


