388
ſie ſich in Hörweite befanden, rief der Vorderſte, daß Soldaten heranzögen.
Bei dieſen Worten rollte Barnaby ſeine Fahne zuſammen und band ſie um den Schaft. Das Herz ſchlug ihm hoch bei dieſem Geſchäfte, aber er fürch⸗ tete ſich nicht und dachte eben ſo wenig an Flucht, als die Stange ſelbſt. Die befreundeten Flüchtlinge eilten, nachdem ſie ihn von der Gefahr benachrich⸗ tigt, an ihm vorbei und huſchten in das Haus, wo unmittelbar darauf die größte Verwirrung ſtattfand. Drinnen verſchloſſen ſie haſtig Zimmer und Thüren und drängten ihn durch Blicke und Zeichen, hin und wieder auch durch Zurufe, ohne Zeitverluſt zu flie⸗ hen; er aber ſchüttelte entrüſtet den Kopf und pflanzte ſich nur um ſo feſter auf ſeinem Poſten auf. Da er ſich nicht bewegen laſſen wollte, ſo nahmen die Warner auf ihre eigene Sicherheit Bedacht und ent⸗ fernten ſich eiligſt, nur ein altes Weib in dem Hauſe zurücklaſſend.
Bis jetzt hatte ſich keine Spur gezeigt, daß die Kunde eine beſſere Begründung habe, als die Furcht der Ueberbringer. Der Stiefel war indeß kaum fünf Minuten verlaſſen, als über die Felder her ein Männerhaufen kam, der— wie man leicht aus dem Glanze der Waffen und Montirungsgarnituren im Sonnenſtrahl und aus der Regelmäßigkeit ihres An⸗ rückens, das in geſchloſſener Reihe geſchah, entneh⸗ men konnte— aus Soldaten beſtand. In ſehr kurzer Zeit erkannte Barnaby darin eine ſtarke Abtheilung
——


