Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1842)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

472

ſchloſſen. Indem ich mit Euch ein Bündniß einging, habe ich mich mit der Lüge verkettet; und obgleich es in der beſten Abſicht geſchah, obgleich es mich eine Ueberwindung koſtete, die vielleicht wenige Menſchen zu würdigen wiſſen, ſo muß ich mich doch ſelbſt wegen dieſer That haſſen und verachten.“

„Ihr werdet ja ganz warm,“ ſagte Herr Cheſter mit einem ſchlaffen Lächeln.

„Ich bin warm. Ich werde wahnſinnig durch Eure Kälte. Gott's Tod, Cheſter, wenn wärmeres Blut in Euren Adern ränne und nicht ein Zwang auf mir läge, der mich hielte und zurückzöge— nun es iſt geſchehen, wie Ihr ſagt, und in einer ſolchen Sache kann ich Euch Glauben ſchenken. Wenn dieſer Verrath mich mit Gewiſſensbiſſen geißelt, ſo will ich an Euch und Eure Heirath denken— will in ſolchen Erinnerungen eine Rechtfertigung dafür ſuchen, daß ich Emma und Euren Sohn um jeden Preis aus⸗ einander reißen half. Unſer Bund iſt nun zu Ende, und wir können uns trennen.“

Herr Cheſter küßte graziös ſeine Hand und ſtreckte ſich mit demſelben ruhigen Geſichte, das er die ganze Zeit über bewahrt hatte— ſelbſt als er ſeinen Gefähr⸗ ten ſo von Leidenſchaft gefoltert ſah. daß ſein ganzer Körper bebte— in nachläſſiger Haltung auf dem Sitze aus, dem ſich Entfernenden nachſchauend.

„Mein Sündenbock und mein Packeſel in der Schule,“ ſagte er, den Kopf erhebend, um ihm nach⸗