Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1842)
Entstehung
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Er kam zufällig oder aus Verſehen in meine Hände und ſollte, wie ich höre, meinen Sohn wegen Nicht⸗ beantwortung eines Schreibens vor Euch rechtferti⸗ gen. Gott verhüte, Miß Haredale,“ ſagte der edle Mann in großer Bewegung,„daß in Eurem zarten Herzen ein grundloſer Anlaß, mit ihm zu grollen, Platz greifen ſollte. Ihr müßt wiſſen und werdet auch hieraus erſehen, daß in dieſer Hinſicht die Schuld nicht an ihm lag.“

Herr Haredale erſchien bei dieſem Anlaſſe ſo gar aufrichtig, ſo gewiſſenhaft ehrlich, ſo ganz wahrheits⸗ liebend und gerecht, überhaupt ſo glaubwürdig, daß Emma zum erſtenmal der Muth entſank. Sie wandte ſich ab und brach in Thränen aus.

„Ich wollte,“ fuhr Herr Cheſter fort, indem er ſich uber ſie beugte und in ſanftem, eigentlich ehrer⸗ bietigem Tone ſprach;„ich wollte, mein theures Fräulein, daß ich die Aufgabe hätte, ſolche Merkmale Eures Schmerzes zu verbannen, nicht ſie zu ver⸗ größern. Mein Sohn, mein irrender Sohn— ich will ihn nicht einer überlegten verbrecheriſchen Hand⸗ lung bezüchtigen, denn ein junger Menſch, wenn er ſchon zwei⸗ oder dreimal unbeſtändig geweſen iſt, handelt ohne Vorbedacht und kennt kaum das Un⸗ recht, das er thut— wird die Euch geſchworene Treue brechen— ja, hat ſie ſogar jetzt ſchon ge⸗ brochen. Soll ich hier, nachdem ich Euch dieſe War⸗ nung gegeben, inne halten und der Sache ihren Lauf laſſen, oder ſoll ich fortfahren?“

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