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nicht ſehr geneigt ſeyn könnt, mich mit günſtigen Augen zu betrachten. Ihr habt mich ſchildern hören als einen kaltherzigen, berechnenden, ſelbſtſüchtigen—“ „Nie, Sir“— unterbrach ſie ihn mit ganz ge⸗ ändertem Weſen und feſterer Stimme—„nie habe ich von Euch in harten oder unehrerbietigen Aus⸗ drücken ſprechen hören. Ihr thut Edward's Charak⸗ ter ſchwer Unrecht, wenn Ihr ihm eine ſo gemeine oder niedrige Geſinnung zutraut.“
„Verzeiht, meine ſüße, junge Dame, aber Euer Onkel—“
„Und eben ſo wenig liegt es im Charakter mei⸗ nes Onkels,“ verſetzte ſie, indem ein höheres Roth ihre Wangen überflog,„Es widerſtrebt ſeinem We⸗ ſen, Dolchſtiche im Finſtern zu führen, und eben ſo ſehr dem meinigen, daran Gefallen zu finden.“
Mit dieſen Worten ſtand ſie auf und war im Begriffe, ihn zu verlaſſen. Er hielt ſie jedoch mit ſanfter Hand zurück und bat ſie in dem überredend⸗ ſten Tone, ihn noch eine Minute anzuhören, wozu ſie leicht zu vermögen war; ſie ſetzte ſich daher wie⸗ der nieder.
„Und dieſes freimüthige, großartige und edle Weſen,“ ſagte Herr Cheſter aufwärts blickend und die Luft anredend,„kannſt du ſo leichtfertig verwun⸗ den! Schande— Schande über dich, Knabe!“
Sie wandte ſich raſch, mit einem Blicke der Ver⸗ achtung aus den leuchtenden Augen, gegen ihn hin. Es glänzten Thränen an Herrn Cheſter's Wimpern; aber
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