eine große Stimmenmehrheit entkräftet, und alle waren freudig und jubelten, wie über einen erkämpf⸗ ten Sieg.
Mochte nun dieſe, wie ſo viele andere Geſchichten gleicher Art wahr ſeyn oder nicht, jedenfalls war der Maibaum ein altes, ſehr altes Haus, vielleicht ſo alt, als man ihm nachrühmte, vielleicht auch noch älter, wie es bisweilen bei Häuſern von einem unge⸗ wiſſen, oder bei denen von einem gewiſſen Alter zu gehen pflegt. Die Fenſter waren rautenförmig gegit⸗ tert, die Fußböden eingeſunken und uneben, die Zim⸗ merdecken durch die Hand der Zeit geſchwärzt und mit maſſivem Gebälke beſchwert. Ueber dem Thor⸗ wege befand ſich ein altes Portal mit wunderlichem und groteskem Schnitzwerk; und hier ſaßen an Som⸗ merabenden die begünſtigteren Kunden, rauchend und trinkend,— ja, und ſie ſangen auch bisweilen man⸗ ches gute Lied, und ruhten auf zwei grimmig ausſe⸗ henden Kanapees mit hohen Lehnen, welche, wie die Zwillingsdrachen in irgend einem Feenmärchen, den Eingang des Hauſes bewachten.
In den Kaminen der unbenützten Zimmer hat⸗ ten ſeit vielen Jahren die Schwalben geniſtet, und vom früheſten Lenz bis in den ſpäteſten Herbſt zirp⸗ ten und zwitſcherten ganze Colonien von Sperlingen in den Traufrinnen. Um den trübſeligen Stallhof und die Außengebäude flogen mehr Tauben, als irgend jemand, der Wirth ausgenommen, zuſammen⸗ rechnen konnte. Die kreiſenden Schwärme von Tum⸗
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