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Winkel, wo die Dächer zitternd ſich zuſammenkauern, als wollten ſie ihre Geheimniſſe vor der ſchönen Straße nebenan verbergen, iſt der Tummelplatz von ſo ſchwarzen Verbrechen, von ſolchem Elend und Entſetzen, daß man ſie kaum flüſternd ſich erzählen möchte. In der ſchönen Straße ſchlafen Leute, die ihr ganzes Leben über dort gewohnt haben und von ſolchen Dingen nicht mehr wiſſen, als ein nie Ge⸗ borener, oder als hätten ſie ſich an den fernſten Weltgränzen zugetragen— die, wenn man darauf hindeutete, ihre Köpfe ſchütteln, ein kluges Geſicht ſchneiden, die Stirne runzeln und ſagen würden, es ſey unmöglich und ganz gegen die Natur— wie wenn gar keine großen Städte eriſtirten. Finden wir nicht in dieſem Herzen von London, das nichts bewegt, nichts hemmt, nichts beſchleunigt— das immer gleich fortgeht, mag vorfallen, was da will — finden wir nicht darin das treue Abbild der Stadt?
Der Morgen graut, und mit ihm erwacht bald das Geſumme und der Lärm des Lebens. Diejeni⸗ gen, welche ihre Nacht auf Thürtreppen und kalten Steinen zugebracht haben, ſchleichen fort, um zu betteln; wer die Nacht über in ſeinem Bette geſchla⸗ fen, geht gleichfalls an ſein Geſchäft, und rührige Thätigkeit iſt allenthalben. Der Nebel des Schlafes ſteigt langſam in die Höhe, und London erſcheint in ſeinem wahren Zuſtande. Die Straßen füllen ſich mit Wagen und ſchmuckgekleideten Menſchen. Auch die Gefängniſſe ſind voll bis an die Kehle, und eben


