ließ er allerdings das Kind an ſeiner Seite gehen, oder er nahm wohl auch ſo viel Notiz von ſeiner Anweſenheit, daß er ihm die Hand reichte, ſich nieder⸗ beugte um ſeine Wangen zu küſſen, oder es auf den Kopf pätſchelte. Ein andermal aber konnte er es bitten— allerdings nicht unfreundlich— fortzu⸗ gehen, und war nicht zu bewegen, es in ſeiner Nähe zu dulden. Doch, ob er allein war, ob er ſeinen kleinen Freund zur Seite hatte, oder ob er ſich in Geſellſchaft derjenigen befand, die keine Koſten, kein Opfer geſcheut hätten, um ihm Troſt und Seelen⸗ ruhe zu erkaufen, wenn es möglich geweſen wäre— er blieb ſtets derſelbe— ohne Sorge, ohne Liebe für etwas im Leben— ein Mann mit gebrochenem Herzen.
Endlich fanden ſie eines Tages, daß er frühe aufgeſtanden war, und, mit dem Reiſeſack auf dem Rücken, den Stab in ſeiner Hand und ihren Stroh⸗ hut nebſt einem kleinen Körbchen, mit Dingen ange⸗ füllt, die ſie bei ſich zu führen pflegte, am Arme, ſich entfernt hatte. Sie ſchickten ſich bereits an, weit und breit Nachforſchungen anzuſtellen, als ein er⸗ ſchreckter Schulknabe hereinkam, der ihn einen Augen⸗ blick zuvor in der Kirche hatte ſitzen ſehen— auf ihrem Grabe, ſagte er.
Sie eilten dahin, traten leiſe durch die Thüre ein und erblickten ihn dort in der Haltung eines ge⸗ duldig Wartenden. Ohne ihn vor der Hand zu ſtö⸗ ren zu wollen, begnügten ſie ſich damit, ihn den


